Freitag, 26. März 2004

Terror-Angst: Schumi in Bahrain in Panzer-Limousine

  • GEHEIM: Veranstalter wollten Rennen sogar absagen
  • Schumacher bleibt ruhig: "Nicht gefährlicher als anderswo"

Nach dem Mord an Hamas-Führer Scheich Hamid Yassin geht auch in Bahrain die Angst um. Die US-Botschaft wurde mit Steinen beworfen, Demonstranten machen die Straßen unsicher. Und ab kommenden Mittwoch schlägt dort der F1-Zirkus seine Zelte auf. Schumacher reist daher mit Leibwächter an, fährt nur in einer gepanzerten Limousine.

Aber auch die Kollegen des Weltmeisters bekommen Bodyguards zur Seite gestellt. Und weil überall die Gefahr von Terror-Anschlägen in dieser Region als "sehr hoch" eingeschätzt wird, wollten die Verstalter den Grand Prix schon absagen!

Big Bernie lehnt ab
Zumal gerade touristische Ziel und große Menschen-Ansammlungen im Fokus der Terroristen stehen. Aber Bernie Ecclestone lehnt ab - das Rennen geht planmäßig über die Bühne.

Die Wüste von Bahrain wird für das Rennwochenende zur absoluten Hochsicherheits-Zone. Die Nationalgarde sichert die Strecke ab, ringförmig um den Kurs werden Männer in der Wüste stationiert sein. Die internationalen Geheimdienste werden den Veranstalter nach allen Kräften unterstützen.

Schumi im Königs-Palast?
Das Ferrari-Idol wird solo zum Rennen kommen und in einer gepanzerten Limousine vom Flughafen abgeholt. Der König bot Schumi sogar an in seinem Palast zu wohnen.

Doch darauf verzichtet der Formel-1-Dominator, wohnt stattdessen mit Bruder Ralf in einem Hotel, das natürlich streng geheim bleibt, und bleibt relativ gelassen. "Da ist es nicht gefährlicher als anderswo auf der Welt. Wir müssen uns aber darüber im klaren sein, dass es nirgendwo eine hundertprozentige Sicherheit geben kann."

Wie ernst die Lage ist, beweist auch ein Vorfall aus der Hauptstadt Manama. Dort stürmten hunderte Fundamentalisten ein französisches Restaurant, bedrohten Gäste mit Messern und riefen "Allah ist groß".

Innenminister beruhigt
Bahrains Inneminister versucht verständlicherweise die Lage zu beruhigen. "Alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen." Die Zuschauer werden am Eingang zur Strecke gründlich gefilzt und durchleuchtet, Fotografen müssen sogar ihre Ausrüstung zerlegen um kein Gefahrengut an die Strecke bringen zu können.

Die Zäune sind aber nicht höher als anderswo. Ist man erst einmal auf dem Gelände, kann man genauso leicht oder schwer die Strecke stürmen wie auf jedem anderen Circuit der Welt.
(apa/red)

26.3.2004 12:13
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