Freitag, 26. März 2004

Skispringen: Höllwarth hängt noch eine Saison an

  • Andreas Goldberger überlegt noch

Trotz, oder gerade wegen einer durchwachsenen Saison macht Martin Höllwarth noch zumindest ein Jahr weiter. "Hölli" hatte in der abgelaufenen Saison in Zakopane für den einzigen österreichischen Sieg gefeiert und war als 5. auch bester heimischer Athlet im Gesamt-Weltcup. Möglicherweise ist der 29-jährige Tiroler auch 2006 in Turin noch dabei.

Er habe aus mehreren Gründen daran gedacht, seine Karriere zu beenden. Unter anderem, weil er beim Bundesheer seine berufliche Ausbildung zum Finanz- und Marketingberater abschließen möchte.

Doch das Ende der Weltcupsaison, als Höllwarth wegen Krankheitsfällen in der Familie die letzten vier Bewerbe ausgelassen hat, hat ihm dann doch nicht gefallen. "Das wäre kein Abschluss gewesen", meinte der vierfache Olympiamedaillengewinner und Mannschafts-Weltmeister 2001.

Enttäuscht über Lepistö-Abgang
Allerdings ist Höllwarth wenig erfreut darüber, dass Hannu Lepistö nicht mehr Cheftrainer ist. "Es ist kein Geheimnis, dass ich mit dem Hannu sehr gut zusammenarbeiten konnte", so Höllwarth, der noch abwarten will, wer neben Neo-Chefcoach Alex Pointner zum Co-Trainer bestellt wird.

"Ich spiele mit dem Gedanken, mir einen eigenen Trainer zu nehmen. Ich werde auf jeden Fall sehr selbstständig arbeiten", so "Hölli". Er würde das ÖSV-Training schon mitmachen, aber eben einen eigenen Mann dabei haben.

Ärger über Innauer-Kritik
Ob da nicht Lepistö selbst ein Thema wäre? "Hannu ist derzeit in Verhandlungen mit Polen", weiß der Tiroler, der noch einmal eine Lanze für den 57-jährigen Finnen brach.

"Morgenstern und ich waren die Einzigen, die sein Trainingsprogramm seit dem Sommer intensiv mitgemacht haben." Lepistö habe sich bei der Tournee von einigen Athleten beschimpfen lassen, obwohl diese nicht sein Programm durchgezogen hätten. "Er hat das alles geschluckt und auch dafür die Verantwortung übernommen."

Auf die Kritik des Nordischen Direktors Toni Innauer zu seinem Saisonfinish, - Innauer hatte Höllwarth mangelnde Professionalität vorgeworfen, weil dieser keine Vorkehrungen für Krankheitsfälle in der Familie getroffen hatte -, reagierte Höllwarth verärgert.

"Wenn die Familie daheim krank ist, dann werde ich auch in Zukunft für sie da sein." Abgesehen davon hätte es auch andere Gründe für seine Heimkehr gegeben. "Man muss aber auch einmal sagen, dass wir ned nur die Hampelmänner des ÖSV sind", sagte der Routinier. Die Alpinen bekämen ganz anders bezahlt und hätten zum Teil nur acht bis neun Rennen im Jahr zu bestreiten. "Wir sind das ganze Jahr unterwegs und wir werden nicht nur noch das machen, was sie uns sagen."

Goldberger entscheidet nach dem Urlaub
Hinter der weiteren Karriere von Andreas Goldberger steht hingegen noch ein Fragezeichen. "Man muss etwas Neues probieren, damit man stark zurück kommt, oder man muss den Neuen Platz machen. Manchmal ist es nicht schlecht, wenn man den Neuen Platz macht", orakelte Goldberger bei der Intersport-Gala am Donnerstagabend in Linz. Doch jetzt will er einmal Urlaub machen und über seine Zukunft nachdenken.

26.3.2004 15:30