Mittwoch, 24. März 2004

Trotz Sperre: Hürdensprinter Lichtenegger darf starten

  • Olympia 2004 großes Ziel des Kärntners

Hürdensprinter Elam Lichtenegger ist vom österreichischen Leichtathletik-Verband "auf Grund des nicht signifikanten Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen" zwar für sechs Monate gesperrt worden, da die Strafe aber rückwirkend verhängt wurde, darf der Kärntner auf nationaler Ebene schon wieder starten. Großes Ziel: Olympia in Athen.

Wenn der Weltverband IAAF dem Urteil zustimmt, steht Lichtenegger der Weg zu den Olympischen Spielen nach Athen offen.

Zur Begründung des Urteils hieß es in der Aussendung des ÖLV vom Dienstag: "Bei Elmar Lichtenegger wurde anlässlich einer 'Out-of-Competition'-Dopingkontrolle am 06.07.2003 eine verbotene Substanz gefunden ...... Es konnte glaubhaft nachgewiesen werden, dass die verbotene Substanz durch das Nahrungsergänzungsmittel MEGA RIBOSYN 1100 in den Körper des Athleten gelangt ist. Dieses Mittel war bis zum gegenständlichen Fall auf der Homepage des Österreichischen Anti-Doping Labors in Seibersdorf als unbedenklich eingestuft gewesen."

"Urteil in meinem Sinne"
"Wir werden unsere Entscheidung nun der IAAF weiterleiten und können dann nur abwarten. Wenn der Weltverband zustimmt, ist das Thema erledigt", erklärte ÖLV-Generalsekretär Roland Gusenbauer. Lichtenegger selbst sprach von einem "schriftlichen Ergebnis, das in meinem Sinne ist. Mein Ziel war, aus dem Schlamassel heil rauskommen. Und zu zeigen, dass eine Verurteilung unrecht ist. Ich wäre für etwas verurteil worden, das ich nicht getan habe. Ich hoffe nun, dass es die IAAF auch so sieht wie der nationale Verband." Die IAAF sieht bei Dopingvergehen generell eine zweijährige Strafe vor, die das Karriereende Lichteneggers bedeutet hätte.

In seiner Funktion als FPÖ-Nationalratabgeordneter hat sich Lichtenegger zuletzt mit der Problematik Nahrungsergänzungsmittel, über die er als Hürdensprinter gestolpert ist, beschäftigt: "Wir werden morgen im Parlament ein Arzneimittelgesetz absegnen", so Lichtenegger. Konkret geht es dabei um die Überwachung jener Nahrungsergänzungsmittel, die sich nach Herstellung im Einzelhandel befinden.

Lichtenegger will nach Athen
Der Sportler Lichtenegger steht seit Ende Dezember wieder im Training: "Es war eine blöde Sache, weil ich ins Ungewisse trainiert habe. Deshalb bin ich jetzt froh, dass es eine Entscheidung gibt. Ich bin in guter Form, will nach Athen und mein bestes Olympiaergebnis erreichen."

Die Dauer der vom ÖLV verhängten Sperre, die de facto als Freispruch zu bezeichnen ist, sowie die Anerkennung "außergewöhnlicher Umstände" entspricht dem Urteil des Internationalen Ruderverbandes FISA, das Ende Jänner im ähnlich gelagerten Fall der österreichischen Ruderer Helfried Jurtschitsch, Martin Kobau und Norbert Lambing ausgesprochen wurde.

24.3.2004 13:10