Dienstag, 23. März 2004

Nach Derby-Abbruch: Olympiastadion Rom droht Sperre

  • Regierung Berlusconi plant schärfste Anti-Gewalt- Maßnahmen
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Nach den Krawallen beim Römer Derby zwischen Lazio und dem AS Rom erwägt der italienische Verband FIGC nun eine einmonatige Sperre. Bei den Ausschreitungen am Sonntag entstand Sachschaden in der Höhe von 200.000 Euro.

Die italienische Regierung will scharfe Maßnahmen ergreifen, um weitere Krawalle in und rund um die Stadien vorzubeugen. Bei den Ausschreitungen wurden 170 Personen, mehrheitlich Polizisten, verletzt, 15 Tifosi wurden festgenommen, acht davon befinden sich noch in Untersuchungshaft.

Gewalttätige, die innerhalb von 36 Stunden nach dem Spiel festgenommen werden, sollen dank eines Schnellverfahrens sofort vor Gericht landen, lautet ein Plan des italienischen Innenministers, Giuseppe Pisanu.

Problem-Spiele nur mehr in gesperrten Stadien?
Spiele, die sich aus Sicht der öffentlichen Ordnung als problematisch erweisen könnten, sollen bei gesperrten Stadien und nur tagsüber gespielt werden, forderte der Minister.

Die Strafen für Anhänger, die sich für Gewaltaktionen verantwortlich machen, sollen verschärft werden. Auswärtsreisen von Ultras-Gruppen sollen verboten werden, berichteten italienische Medien am Dienstag. Außerdem sollen die Eintrittskarten zum Stadion namentlich verkauft werden, um die gewalttätige Tifosi leichter zu isolieren.


Tifosi zwangen Totti zum Abtreten
Am Dienstag werden von einem Untersuchungsrichter drei der acht noch inhaftierten Tifosi vernommen werden, die am Sonntagabend das Spielfeld bestürmt und AS Roma-Kapitän Francesco Totti überzeugt hatten, das Spiel abzubrechen, weil ihrer Behauptung zufolge ein Kind vor dem Stadion von einem Polizeiwagen überfahren worden war.

Diese Nachricht hatte sich als unbegründet erwiesen. Den drei Personen wird unter anderem Waffenbesitz, Widerstand gegen die Polizei und Gewalttätigkeiten vorgeworfen.

(apa/red)

23.3.2004 10:39