Moskau: Sprengstoff in der U-Bahn gefunden
- Stammt vermutlich aus Armeedepot
In der Moskauer U-Bahn hat die Polizei knapp zwei Monate nach dem Bombenanschlag mit 40 Toten erneut Sprengstoff entdeckt. In einem verdächtigen Plastiksack seien vier Kilogramm schwere, braune Barren gefunden worden, die Sprengstoff enthielten. Eine Explosion sei nicht möglich gewesen, weil ein Zünder fehlte, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur Interfax.
Alarmiert durch den Fund in einem Waggon am Samstag habe die Polizei die U-Bahn-Station "Prospekt Mira" vorübergehend evakuieren lassen.
Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg. In Russland kursieren große Mengen von Sprengstoff, die größtenteils aus Armeedepots gestohlen wurden. Der Anschlag am 6. Februar war nach Angaben aus Ermittlerkreisen von einem Selbstmordattentäter tschetschenischer Herkunft verübt worden. In der Moskauer U-Bahn explodierten in den vergangenen zehn Jahren vier Bomben. Dabei wurden insgesamt 44 Fahrgäste getötet und mehr als 220 verletzt. (apa)
