Sharon-Anklage? Druck auf Ministerpräsidenten wächst
- Infrastrukturminister drohte mit Koalitionsaustritt seiner Partei
·Sharon-Affäre
Israels Premier weiter unter Druck
In der israelischen Regierungskoalition wächst der Druck auf Ministerpräsident Ariel Sharon, im Falle einer Anklage wegen Korruption zurückzutreten. Minister aller Parteien hielten dann einen Rücktritt für nötig, auch wenn es zunächst nur wenige öffentliche Äußerungen gebe, berichtete die "Jerusalem Post" am Montag.
Infrastrukturminister Yosef Paritzky von der zweitgrößten Koalitionspartei Shinui drohte danach, die Minister seiner Partei würden aus der Koalition ausscheiden. Auch ohne Anklage Sharons bleibe ein Schatten auf ihm zurück. "Selbst wenn Sharon nicht angeklagt wird, bleibt Shinui vielleicht nicht in der Koalition", sagte er.
Tourismusminister Benny Elon von der ultra-rechten Nationalen Union lobte die ermittelnde Staatsanwältin Edna Arbel im israelischen Armeeradio dafür, dass ihr Entwurf für eine Anklage am Samstag bekannt geworden war. Elon gehört zu den Ministern, die Sharon wegen seines Planes zur Evakuierung einiger jüdischer Siedlungen scharf kritisieren.
Die ermittelnde Staatsanwältin hatte sich nach monatelangen Untersuchungen für eine Anklage des Regierungschefs ausgesprochen. Ihren Entwurf dafür übergab sie am Sonntag an Generalstaatsanwalt Menachem Masus, der eine Entscheidung treffen muss.
Der Geschäftsmann Appel war am 21. Jänner angeklagt worden, Sharon über dessen Sohn Gilad bestochen zu haben. Appel habe Sharons Familie Ende der 90er Jahre mehrere hunderttausend US-Dollar gezahlt, um die Unterstützung des damaligen Außenministers für ein Bauprojekt auf einer griechischen Insel zu bekommen, hieß es. (apa/red)
