Samstag, 27. März 2004

Nach Madrid-Terror: Bombenwerkstatt wurde entdeckt

  • Jordanier Sarkawi soll Drahtzieher sein
  • PLUS: Terror-Verdächtige in Marokko festgenommen

Die spanische Polizei hat Rundfunkberichten zufolge das Haus gefunden, in dem die Bomben für den Terroranschlag vom 11. März in Madrid gebaut wurden. Ermittler hätten in einem Haus in Henares 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Zünder und Spuren des Sprengstoffs entdeckt, der bei den Anschlägen eingesetzt wurde, berichtete der Sender Cadena SER am Freitag.

Nach Angaben eines französischen Privatdetektivs soll der Jordanier Abu Musab el Sarkawi der Drahtzieher des Terroranschlags gewesen sein. Sarkawi werden Beziehungen zur Terrororganisation El Kaida nachgesagt, er steht zudem im Verdacht im Irak ein Terrornetz aufgebaut zu haben. Der französische Ermittler Jean-Charles Brisard sagte, er habe aus Kreisen der spanischen Behörden erfahren, dass einige der Verdächtigen vor den Anschlägen Kontakt mit Sarkawi hatten.

Dem Rundfunkbericht zufolge stieß die Polizei schon vor einer Woche auf das in Feldern gelegene Haus. Dort sollen die Sprengsätze vorbereitet und in Rucksäcke verpackt worden sein. Sie explodierten dann in vier Nahverkehrszügen und töteten 190 Menschen, mehr als 1.800 Menschen wurden verletzt. Eine Bestätigung der Behörden zu dem Bericht lag zunächst nicht vor.

Bisher wurden in Spanien 18 Personen in Zusammenhang mit den Anschlägen festgenommen, zumeist Marokkaner. Gegen zwölf wurde Anklage erhoben. Gegen sechs der 18 Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen Massenmordes und der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe erlassen, gegen weitere sechs wegen Beihilfe. Als Hauptverdächtiger gilt der Marokkaner Jamal Zougam, der nach spanischen Gerichtsunterlagen Verbindungen zu Mitgliedern einer spanischen El-Kaida-Zelle unterhielt. (apa/red)

27.3.2004 07:48