Freitag, 26. März 2004

Sprengsatz in französischer Schule: Keine Opfer bei Detonation

  • Terrorfurcht vor zweiter Kommunalwahlrunde in Frankreich
  • Suche nach Madrid-Bombern: Festnahmen in Marokko!

In einer Schule in einem Pariser Vorort ist am Freitag ein Sprengsatz detoniert. Verletzt wurde nach Behördenangaben niemand, auch Sachschaden entstand nicht. Allerdings stieg in Frankreich die Anspannung, nachdem erst Mitte der Woche ein Sprengsatz an einem Bahngleis gefunden und entschärft worden war.

Es war zunächst nicht klar, wer den Sprengsatz in dem Gymnasium in dem Pariser Vorort Stains deponiert hatte. "Es war eine selbst gefertigte Bombe, ein Sprengsatz, der um 14.14 Uhr in einem Flur der Schule explodiert ist", sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Die Schule wurde evakuiert, rund 1260 Schüler verließen das Gebäude.

Zwei Tage vor der zweiten Runde der Regionalwahlen in Frankreich, bei denen die regierenden Konservativen eine Niederlage erleiden dürften, wuchs die Furcht vor Anschlägen. So machte eine Maschine der Air France auf dem Weg von Paris nach Pisa wegen eines verdächtigen Gepäckstückes in Mailand eine Notlandung. Es stellte sich jedoch als falscher Alarm heraus.

Die Polizei hat im Zusammenhang mit Bombendrohungen gegen die staatliche Bahngesellschaft SNCF drei Verdächtige festgenommen. Eine mysteriöse Gruppe namens AZF hatte die Bahn erpresst. Sie hat offenbar keine Verbindungen zu moslemischen Extremisten, die für die Bombenanschläge auf mehrere Pendlerzüge in Madrid verantwortlich gemacht werden. Bei den Anschlägen am 11. März wurden 190 Menschen getötet.
(apa/red)

26.3.2004 20:36