Donnerstag, 25. März 2004

Mysteriös: Britische Soldaten in mexikanischer Höhle eingeschlossen

  • Drei Taucher bereits befreit - Mexiko legt offiziellen Protest ein

Eine Gruppe britischer Soldaten, die seit mehr als einer Woche in einer Höhle in Mexiko eingeschlossen ist, hat diplomatische Verstimmungen zwischen den beiden Staaten ausgelöst. Drei der fünf Taucher konnten am Donnerstag befreit werden.

Der mexikanische Präsident Vicente Fox forderte am Mittwoch eine offizielle Erklärung über den Zweck der Tauchaktion. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums handelte es sich nicht um eine militärische Übung auf mexikanischem Boden.

Für eine wissenschaftliche Exkursion hätten die Taucher ein besonderes Visum gebraucht, teilte das mexikanische Einwanderungsinstitut mit. Sie kamen dem Innenministerium zufolge jedoch mit einem Touristenvisum nach Mexiko.

Die Regierung in London hatte eine Bergung der Taucher nur durch mexikanische Behörden abgelehnt. Zwei britische Rettungstaucher bemühten sich gemeinsam mit mexikanischen Helfern um die Befreiung der Eingeschlossenen.

Die von einem Führer begleiteten Taucher gehören den "Combined Services" der britischen Streitkräfte an, die sich aus Angehörigen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe zusammensetzen.

Während ihrer auf drei Tage angelegten Expedition in dem 14 Kilometer langen Höhlensystem von Alpazat im mittelmexikanischen Staat Puebla wurden sie von heftigen Regenfällen überrascht, die den Eingang der Höhle unter Wasser setzten.

Der mexikanische Innenminister Santiago Creel teilte mit, die Soldaten seien mit einem Touristenvisum nach Mexiko eingereist. "Wir haben die britische Regierung um genauere Informationen über die Exkursion gebeten", sagte Creel.

Der amtierende britische Botschafter in Mexiko, Vijay Rangarajan, erklärte, es sei "reine Fantasie", wenn vermutet werde, dass die Gruppe anderes im Sinn gehabt habe als die Erforschung der Höhlen.
(apa, red)

25.3.2004 21:36