Donnerstag, 25. März 2004

Zwei Wochen nach Attentaten: Madrilenen ehren Retter

  • 7.000 Feuerwehrleute, Sanitäter, Polizisten und Freiwillige
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Zwei Wochen nach den Attentaten von Madrid haben sich Tausende Bewohner der spanischen Hauptstadt bei den Rettungsdiensten bedankt. Sie ehrten am Freitag die rund 7.000 Feuerwehrleute, Sanitäter, Polizisten und Freiwilligen, die nach den Anschlägen auf vier Vorortzüge vom 11. März die 190 Toten geborgen und den über 1.500 Verletzten beigestanden hatten.

Am Vorabend hatte der Ermittlungsrichter Juan del Olmo gegen zwei weitere Verdächtige Haftbefehl erlassen. Darunter war auch erstmals eine Frau. Die Marokkanerin Naima Oulad könnte den Ermittlern möglicherweise wichtige Aufschlüsse bei der Fahndung nach den Terroristen liefern, berichtete die Zeitung "El Mundo".

Die Polizei nehme an, dass die Frau alle Terroristen kenne, die an den Anschlägen beteiligt gewesen waren. Ein Bruder der Marokkanerin befindet sich in Polizeiarrest und sollte am Freitag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Frau selbst bestritt, mit den Anschlägen irgendetwas zu tun zu haben. Die Polizei hat bisher 14 Verdächtige, zumeist Marokkaner, festgenommen. Gegen elf von ihnen wurde Haftbefehl erlassen.

Marokkanische Terrorexperten nehmen an, dass der Befehl zu den Anschlägen von dem Jordanier Abu Musab Sarkawi ausgegangen sein könnte. Der Gefolgsmann des Terroristenchefs Osama bin Laden beteiligt sich nach Angaben der Zeitung "El Pais" derzeit im Irak an bewaffneten Aktionen gegen die Besatzungstruppen. Als Mittelsmann zwischen Sarkawi und dem Terrorkommando in Madrid könnte der Marokkaner Abdelkarim Mejjati fungiert haben.

Der 36-Jährige soll an den Anschlägen im Mai 2003 in Casablanca mit 45 Toten beteiligt gewesen und anschließend untergetaucht sein.
(apa, red)

25.3.2004 16:00