Französische Bahn-Erpresser: 3 Verhaftete wurden freigelassen
- Offenbar unschuldig: Ermittler haben gegen Trio "nicht viel in der Hand"
- Gruppe "AZF" droht mit mehr Opfern als in Madrid
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Fahndung nach Sprengstoff-Dieben
Die im Zuge der Ermittlungen gegen die mysteriöse Bahnerpresserbande AZF in Frankreich festgenommenen drei Personen sind wieder auf freiem Fuß. Dies teilte die Pariser Polizei am Samstag mit.
Die drei Festgenommenen im Erpressungsfall um die französische Bahn sind offenbar nicht schuldig und wurden wieder freigelassen: Die Behörden hätten "nicht viel" gegen den Piloten, seine Freundin und einen Altwarenhändler in der Hand, sagten Pariser Ermittler. Demnach erbrachten unter anderem Hausdurchsuchungen bei den drei Verdächtigen keinerlei Anhaltspunkte für eine Täterschaft.
Auch die Stimme der Frau entsprach nicht der von den "AZF"-Anrufen bekannten Stimme, wie Fahnder sagten. Zudem hätten sich die seit mehreren Wochen Überwachten "niemals in den Augenblicken bewegt, an denen AZF dies logischerweise getan hätte".
Neue AZF-Drohung
Die Gruppierung "AZF" hatte die Polizei am 21. Februar zu einer scharfen Bombe an den französischen Schienen gelotst. Nach einem weiteren Bombenfund erklärte die Gruppe in einem am Donnerstag bei Innenministerium und Präsidialamt in Paris eingegangenen Schreiben, es gebe nun "keine scharfen Bomben mehr" an den Bahnstrecken. Die Gruppe bestand aber auf der Zahlung von vier Millionen Dollar und zwei Millionen Euro Lösegeld. Ansonsten drohte sie Attentate mit verheerenden Folgen an.
Ihr nächstes Attentat könne mehr Opfer fordern als Madrid, schreibt die Gruppe "AZF". Die AZF besteht auf Zahlung ihres geforderten Lösegeldes; auch wenn, wie sie zugibt, keine Bomben mehr an den Bahnstrecken liegen.
Die Gruppe besteht aber auf der Zahlung eines Lösegeldes durch die Regierung: Wenn der Staat nicht wie gefordert vier Millionen Dollar und zwei Millionen Euro zahle, werde Frankreich "die traurigen spanischen Rekorde" übertreffen.
Am Mittwoch war auf der Bahnstrecke Paris-Basel ein zweiter Sprengsatz entdeckt und unschädlich gemacht worden, nachdem Sprengstoff-Experten bereits am 21. Februar eine erste Bombe in einer runden Plastikdose zur Explosion gebracht hatten. Im ersten Fall war der Fundort des Sprengsatzes von "AZF" genau angegeben worden. Die Bombe hätte die Schienen auf der vielbefahrenen Strecke Paris-Toulouse zerreißen und Einzelteile 25 Meter hoch in die Luft schleudern können. Den zweiten Sprengsatz entdeckte ein SNCF-Mitarbeiter bei den seitdem eingeführten Routinekontrollen.
(apa/red)
