Ex-Präsidentenberater Clarke: Heftige Attacken gegen Bush
- Bush habe in Terrorbedrohung "keine dringliche Angelegenheit" gesehen
- CIA-Chef Tenet: Tod Bin Ladens hätte 11.September nicht verhindert
·CIA-Tenet
9-11 gäbe es auch mit Tod Bin Ladens
·Bereits 1999
USA hätten Bin Laden töten können
·9.11-Ausschuss
USA: "Verhindern war möglich"
·Weißes Haus
Zorn über Vorwürfe von Ex-Berater
·Irak-Terror
Ministerin entgeht knapp Attentat
US-Präsident Bush sah nach Angaben eines hochrangigen ehemaligen Mitarbeiters in der Terrorbedrohung durch die El Kaida vor dem 11. September 2001 "keine dringliche Angelegenheit". Bush habe der Terrorbekämpfung keine höchste Priorität eingeräumt, sagte der ehemalige Terrorabwehr-Berater des Präsidenten, Clarke, am Mittwoch vor einem unabhängigen 9/11- Untersuchungsausschuss.
An die Adresse der Opfer gerichtet erklärte Clarke: "Die Regierung hat Sie im Stich gelassen, und ich habe es auch." Der frühere Berater schilderte weiter, er habe so häufig vergeblich versucht, mit seinen Warnungen bei den höchsten Stellen Gehör zu finden, dass er im Juni 2001 frustriert um eine Versetzung gebeten habe. Bereits im Jänner des Jahres sei er zum Beispiel auch bei der Nationalen Sicherheitsberaterin Rice mit einem Vorstoß für ein Dringlichkeitstreffen auf höchster Ebene gescheitert.
Clarkes Aussage vor dem Ausschuss war mit besonderer Spannung erwartet worden, nachdem er bereits am Wochenende mit seinen massiven Vorwürfen gegen die Regierung Bush an die Öffentlichkeit getreten war. So hatte er auch gesagt, dass sich Bush von Anfang an auf den Irak konzentriert und dadurch die Terrorbedrohung außer Acht gelassen habe.
Der vom Kongress eingesetzte Ausschuss soll die Entwicklung vor den Anschlägen vom 11. September beleuchten und prüfen, ob sie hätten verhindert werden können. Bereits am Dienstag hatten führende Mitglieder der Regierung Bush und der Vorgängerregierung unter Clinton vor dem Gremium versichert, sie hätten dem Anti-Terror-Kampf höchste Priorität eingeräumt.
Am Mittwoch war auch der Direktor des Geheimdienstes CIA, Tenet, vernommen worden. Er betonte, auch ein tödlicher Schlag gegen Bin Laden hätte die Anschläge am 11. September 2001 nicht verhindert.
(apa)
