Dienstag, 23. März 2004

Verluste für Pakistan: Bei Kämpfen mit El Kaida

Bei den bisher schwersten Kämpfen zwischen pakistanischen Truppen und mutmaßlichen El-Kaida-Kämpfern sind in den pakistanischen Stammesgebieten mindestens 45 Soldaten getötet oder als vermisst gemeldet worden. Allein am Montag und Dienstag seien insgesamt mindestens zwölf pakistanische Soldaten bei Angriffen getötet worden.

Westlichen Diplomaten zufolge könnte die Zahl der getöteten pakistanischen Soldaten seit Beginn der Militäroffensive vor einer Woche bei insgesamt 60 bis 100 liegen. Die Truppen waren auf dem Weg ins Grenzgebiet, um die Offensive dort zu verstärken, wie Militärsprecher am Dienstag erklärten.

Unklar war zunächst, ob die Angreifer zu den islamischen Extremisten gehörten, die sich seit Donnerstag in zwei Ortschaften südlich von Wana verschanzen und von der pakistanischen Armee eingekesselt sind. Es soll sich überwiegend um Tschetschenen und Usbeken handeln. Rund um die eingekesselten Orte bei Wana hingegen fiel nach Angaben Sultans in den vergangenen zwei Tagen "kein Schuss".

In einem Umkreis von 60 Kilometern werde ein Waffenstillstand eingehalten, um die Anführer des Yargulkhel-Clans dazu gebracht werden, verschanzte Kämpfer sowie 14 als Geiseln genommene pakistanische Soldaten zu übergeben. Eine Verhandlungsdelegation aus 20 Stammesältesten hielt sich dazu seit Montag in der Gegend auf.

Etwa tausend Menschen protestierten am Dienstag mit einer Straßenblockade zehn Kilometer südwestlich von Peschawar gegen die Militäraktion. Auf Plakaten waren anti-amerikanische Sprüche wie "Nieder mit Amerika" und "Die USA sind die größten Terroristen der Welt" zu lesen. Ein bei der Demonstration anwesender Stammesführer warnte vor einem Aufstand, sollte die Regierung in Islamabad ihren Einsatz in der Stammesregion nicht beenden. Auch an anderen Orten wurde demonstriert.
(apa)

23.3.2004 18:29