Dienstag, 23. März 2004

Explosionsgefahr eines Atombootes: Flottenchef widerruft Warnung

  • Panzerkreuzer "Peter der Große" in extrem schlechtem Zustand
  • Schiff soll in zwei Wochen repariert sein

Der Befehlshaber der russischen Marineflotte hat vor einer möglichen Explosion eines atomgetriebenen Kriegsschiffes gewarnt, jedoch nur wenige Stunden später die Warnung widerrufen. Admiral Wladimir Kurojedow sagte zuerst, der Panzerkreuzer "Peter der Große" sei in einem bedenklichen Zustand und könne möglicherweise explodieren.

Drei Stunden später erklärte er laut Medien, die Sicherheit des Schiffes sei gewährleistet. Die Aussagen seien von den Medien missverstanden worden.

Zweifel an der Warnung hatte zuvor bereits Kurojedows Hinweis geweckt, die Reparatur des Schiffes solle in nur zwei Wochen abgeschlossen sein. "Innerhalb dieses Zeitraums muss der Kapitän alle Unzulänglichkeiten beseitigen", wurde der Admiral zitiert.

Genaue Angaben über den Zustand des Schiffes machte er nicht, deutete aber an, die Wartung des atomaren Triebwerkes könne vernachlässigt worden sein: "Da, wo die Admirale hinkommen, sieht alles gut aus, aber da, wo sie nicht hinsehen, ist alles in einem jämmerlichen Zustand."

In einem Bericht der Zeitung "Kommersant" wurde am Dienstag die Vermutung geäußert, die Äußerungen des Flottenchefs könnten durch persönliche Konflikte mit zwei Admiralen motiviert sein. In den russischen Medien war Kurojedow erst kürzlich wegen eines missratenen Flottenmanövers in die Kritik geraten. Der Admiral soll mehrfach Operationen mit Atom-U-Booten angekündigt haben, die allesamt fehlschlugen.
(apa/red)

23.3.2004 11:13