Dienstag, 23. März 2004

Aristide sucht Asyl: Nigeria will Ex-Haiti-Chef aufnehmen

  • Der am 29. Februar geflohene Machthaber könnte "einige Wochen" bleiben
  • Haiti-Regierung: Neues Kabinett wurde vereidigt

Am 29. Februar endete die Ära Aristide: Haitis Staatschef flüchtete nach Rebellenunruhen, sucht seither Asyl. Jetzt meldete sich Nigeria: Der geflohene Machthaber könnte "einige Wochen" in dem westafrikanischen Land bleiben.

Nigeria hat sich zur zeitweiligen Aufnahme des entmachteten haitianischen Präsidenten Jean Bertrand Aristide bereit erklärt. Ein Sprecher von Staatschef Olusegun Obasanjo erklärte am Montag, Aristide dürfe sich "einige Wochen" in dem westafrikanischen Land aufhalten. Damit werde einer Bitte der Gemeinschaft der Karibischen Staaten (CARICOM) entsprochen. Nigeria habe vor seiner Entscheidung mehrere afrikanische Staaten, die Afrikanische Union und die US-Regierung konsultiert. Der Sprecher machte keine Angaben dazu, wann Aristide nach Nigeria einreisen könnte.

Der frühere Staatschef Haitis hatte seine Heimat am 29. Februar nach monatelangen Unruhen und auf Druck insbesondere der USA und Frankreichs verlassen. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Zentralafrikanischen Republik reiste er nach Jamaika weiter. Die Anwesenheit Aristides in dem Karibikstaat führte zu Spannungen zwischen Jamaika und der neuen haitianischen Regierung. Aristide hoffte nach eigener Aussage auf Asyl in Südafrika; bislang hält sich Pretoria dazu allerdings noch bedeckt. (apa)

23.3.2004 09:17