Trauer um Madrid-Tote: Königsfamilie weinte um 190 Terroropfer
- 1.500 Menschen bei der Trauermesse in der Almudena-Kathedrahle
- Powell, Schröder, Chirac und Blair unter den Gästen
·Madrid-Terror
Vier Haftbefehle wurden erlassen
·ETA-Dialog
Sozialisten lehnen Angebot ab!
·Bei Sicherheit
Schüssel findet die EU zu lasch
·Anti-Terror
EU: Daten werden stärker vernetzt!
·Madrid-Terror
Fahndung nach Sprengstoff-Dieben
·Madrid-Terror
Weitere fünf Ver- dächtige verhaftet
·Madrid-Terror
Bilder: Ist das der Drahtzieher?
Tränen zum Abschied: Zwei Wochen nach den Bombenanschlägen in Madrid hat Spanien Abschied von den 190 Opfern genommen. 1.500 Angehörige und Freunde sowie das spanische Königshaus und Staats- und Regierungschefs aus ganz Europa kamen am Mittwoch zum Requiem in der Almudena-Kathedrale in Madrid zusammen.
Für die Terroropfer war ein Staatsbegräbnis geplant, mit dem seit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien bisher nur Mitglieder der königlichen Familie geehrt wurden. Zahlreiche Polizisten bewachten die Kathedrale, um die eine Sicherheitszone von rund 500 Metern abgeriegelt worden war. Vor der Kirche waren weitere 800 Sitze für die Trauernden aufgebaut. Für eine Live-Übertragung der Messe wurden Großbildschirme vor der Kirche, im Garten des Königspalastes und auf der Puerta del Sol errichtet.
Zu den Trauerfeiern reisten unter anderem der deutsche Bundeskanzler Schröder, der französische Staatspräsident Chirac und der britische Premierminister Blair nach Madrid, aus den USA kam Außenminister Powell. Österreich wird von Kunststaatssekretär Morak vertreten.
Nach der Messe will Schröder mit dem designierten spanischen Ministerpräsidenten Zapatero zusammentreffen, dessen sozialistische Partei wenige Tage nach den Anschlägen die Parlamentswahl gewonnen hatte. Bei den bilateralen Treffen dürfte es unter anderem um die Ankündigung des künftigen Regierungschefs gehen, nach seinem Amtsantritt die spanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen. Ein weiteres Gesprächsthema wird voraussichtlich die geplante EU- Verfassung sein. Zapatero hat angedeutet, er könnte die bisherige Blockadehaltung Madrids in der Frage der Stimmverteilung im Europäischen Rat aufgeben.
Bereits vor der Trauerfeier trafen sich Blair sowie der polnische Ministerpräsident Miller in getrennten Gesprächen mit Zapatero. Powell kam mit dem noch amtierenden Regierungschef Aznar zusammen.
(apa)
