Montag, 22. März 2004

Weißes Haus erzürnt: Vorwürfe von Ex-Berater zurück gewiesen

  • Vor 11. September 2001 "intensiv" an Strategie gearbeitet
  • Rice: Aussagen über Versäumnisse "politisch motiviert"

Das Weiße Haus hat am Montag Vorwürfe seines früheren Antiterror-Beraters zurückgewiesen, nach denen Präsident George W. Bush die Gefahr von Terroranschlägen vor dem 11. September "ignoriert" habe. Im Gegenteil hätten Bush und enge Mitarbeiter in den Monaten vor den Attacken intensiv an einer Antiterror-Strategie gearbeitet, hieß es in Washington.

Auch die nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice bezeichnete die Anschuldigungen des einstigen Beraters Richard Clarke, die durch die Schlagzeilen vieler US-Medien gingen, als gegenstandslos und politisch motiviert.

Clarke hatte in einem Buch und in Interviews am Wochenende Bush ein "schreckliches" Versagen im frühzeitigen Kampf gegen den Terrorismus vorgeworfen. So habe er, Clarke, schon kurz nach Bushs Amtsantritt Anfang 2001 um eine Kabinettssondersitzung ersucht, um über Maßnahmen gegen die Bedrohung durch die Terrororganisation El Kaida zu beraten. Es sei aber nichts geschehen: Bush habe sich stattdessen um den Irak und die Pläne für eine Raketenabwehr gekümmert.

Clarke sagte weiter, dass Rice anscheinend noch nie etwas von der El Kaida gehört habe, bevor sie im Frühjahr 2001 über die Bedrohung durch die Organisation informiert worden sei. Insgesamt finde er es "ungeheuerlich", dass Bush sich mit Bezug auf seine angeblich großartigen Verdienste im Kampf gegen den Terror um eine Wiederwahl bewerbe. Tatsache sei, dass er die Gefahren ignoriert habe. "Er ignorierte den Terrorismus monatelang und dabei hätte er vielleicht etwas tun können, um die Anschläge vom 11. September zu verhindern."
(apa, red)

22.3.2004 15:58