Montag, 22. März 2004

Nach Taiwan-Wahl: China versetzt Armee in Alarmbereitschaft!

  • Militärisches Eingreifen in "abtrünniger Provinz" Taiwan?
  • PLUS: Die Bilder des Attentats auf Präsident Chen

Wegen der Krise um die Präsidentenwahl in Taiwan hat China einem Zeitungsbericht zufolge die Armee in Kampfbereitschaft versetzt. Die "South China Morning Post" berichtete am Montag, Chinas Präsident Hu Jintao könnte den Notstand über Taiwan verhängen und so den Weg für ein militärisches Eingreifen freimachen.

Die chinesische Regierung habe am Samstag angeordnet, Regierungsstellen in Peking und in den Provinzen Fujian, Guangdong und Zhejiang personell zu verstärken. Im Falle einer Militärintervention würden diese Provinzen Stützpunkte für Raketenangriffe sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise. Experten seien jedoch der Ansicht, dass es keine Zeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff gebe.

Taiwans Präsident Chen Shui Bian hatte die Präsidentenwahl am Samstag nach einem Attentat am Vorabend mit nur gut 29.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. Die Opposition bezeichnete die Wahl als unfair und verlangte eine Neuauszählung der Stimmen.

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung notfalls auch mit militärischen Mitteln an. Chinas Taiwan-Amt hatte am Sonntag erklärt, es verfolge die Lage auf der Insel genau.

(apa)

22.3.2004 07:50