Donnerstag, 25. März 2004

Heute im Stephansdom: Kardinal Königs letzter Weg!

  • Sarg für immer geschlossen! Tausende nahmen Abschied - Trauerfeier beginnt um 13 Uhr!
  • Plus: Die Bilder aus dem Stephansdom!

Kardinal Franz König wird heute in seine letzte Ruhestätte in den Katakomben des Stephansdoms gebettet. Seit 11 Uhr ist der Sarg für immer geschlossen. Die Trauerfeierlichkeiten beginnen um 13 Uhr mit dem Läuten der Dom-Glocken. Kardinal Joseph Ratzinger wird dem Gottesdienst vorstehen und eine Botschaft von Johannes Paul II. verlesen. Die Predigt hält der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn.

Das Zentrum der Wiener Innenstadt stand am Samstag Vormittag ganz im Zeichen des Requiems für Kardinal Franz König. Bereits um 10.00 Uhr haben sich die ersten Menschen vor dem noch verschlossenen Riesentor eingefunden. Sie harrten bei Kälte, Wind und leichtem Schneefall aus, um einen Platz für den am Nachmittag stattfindenden Trauergottesdienst zu bekommen.

Am Stephansplatz, Stock im Eisen-Platz sowie am Graben waren unterdessen die Vorbereitungsarbeiten voll im Gange: Polizeiautos wurden geparkt, technische Vorrichtungen für die TV-Übertragung angebracht und auch die ersten Sanitäter bauten ihre Stationen auf - von denen sie später Heißgetränke austeilen sollten. Ab 13.00 Uhr wird die Messe via Großleinwand auf dem Platz vor dem "Steffl" übertragen.

Unter den vielen Passanten vor dem Wiener Wahrzeichen waren zahlreiche Priester und Schwestern in Ordenstracht auszumachen. Viele Touristen zeigten sich angesichts des regen Treibens und der Absperregitter vor dem Dom erstaunt. Manche informierten sich an der Totenanzeige beim Riesentor über den Anlass.

Während vor dem zentralen Tor bereits Menschen auf einem Platz für das Requiem warteten, standen am Eingang beim Südturm noch die letzten Besucherschlangen, um vom aufgebahrten Kardinal König Abschied zu nehmen. Das war bis 11.00 Uhr möglich. Danach wurde der Dom vorübergehend geschlossen, um Vorbereitungen für den Trauergottesdienst zu ermöglichen.

Einige Besucher schienen damit gerechnet zu haben, nach dem Blick auf den im Sarg liegenden Kardinal weiter im Dom bleiben zu können. "Ist es möglich, sich hinzusetzen und am Gottesdienst teilzunehmen?", erkundigten sich manche. Doch die anwesenden Domführer und die Mitarbeiter der Bestattung Wien mussten diese Frage verneinen. Der Zugang zum Requiem ist ausschließlich über das Riesentor möglich.

Bis zu 15.000 Menschen werden zum Gottesdienst erwartet. Da im Dom aber nur 8.000 Platz haben, wird die Zeremonie auf den Platz vor der Kirche übertragen.

Im Anschluss an die Verabschiedung wird der Sarg durch den Mittelgang des Doms und das Primtor auf den Stephansplatz hinausgeführt, vorbei am Riesentor zum Adlertor. Während der Prozession wird die Pummerin läuten. Dann wird der Sarg in die Bischofsgruft unter dem Dom gebracht, wo die Beisetzung stattfindet.

Im Anschluss an das Begräbnis findet auf dem Stephansplatz eine Agape mit Brot, Wein und Wasser statt. Das ORF-Fernsehen und "Radio Stephansdom" übertragen den Gottesdienst live ab 13.05 Uhr. In allen Kirchen der Erzdiözese Wien werden von 13 Uhr bis 13.05 Uhr die Glocken läuten. Die kirchlichen Gebäude bleiben bis zum Samstagabend schwarz beflaggt.

Den ganzen Freitag und während der Nacht auf heute haben Tausende - Dom-Mitarbeiter schätzten etwa 20.000 -Gläubige dem verstorbenen Kardinal die letzte Ehre erwiesen.

Bis in die Nachtstunden hinein haben die Österreicher am Freitagabend die Gelegenheit genutzt, vom verstorbenen Alterzbischof Kardinal Franz König Abschied zu nehmen. Noch gegen 23 Uhr reichte die Menschenschlange vom Primtor am Fuß des Südturms des Stephansdoms bis zu den Häusern gegenüber des Riesentores. Trotz des Schneefalls nahmen die Trauernden mehr als eine Stunde Wartezeit in Kauf, um persönlich vom Kardinal Abschied zu nehmen. (apa/red)

25.3.2004 09:13