Dienstag, 23. März 2004

Neue Verdächtige im Taximord: Staatsanwalt rollt Fall nach 11 Jahren neu auf!

  • Ermittlung gegen Mann, der bereits in der Zelle sitzt
  • Mord-Freispruch nach 8 Jahren im Gefängnis: Heidegger klagt auf 1,2 Mio. Euro!

Ein Kriminalfall beschäftigt die Behörden seit 11 Jahren: Die Ermordung einer Taxilenkerin in Salzburg. Ein Mann saß acht Jahre lang unschuldig als verurteilter Mörder im Gefängnis, wurde im Vorjahr entlassen und klagt auf 1,2 Mio. Euro. Jetzt gibt es tatsächlich neue Verdächtige! Die Staatsanwaltschaft beantragte Voruntersuchungen gegen zwei Männer!

Knapp elf Jahre nach dem Mord an Claudia Deubler wurden von der Staatsanwaltschaft Salzburg Voruntersuchungen gegen zwei für die Tat in Frage kommenden Personen beantragt. Der 27-jährige Tomi S. wird verdächtigt, die Salzburgerin am 5. Juli 1993 in Wals (Flachgau) ermordet zu haben. Gegen den Häftling (er sitzt wegen eines anderen Deliktes) und seinen damaligen Freund Daniel N. wurden weiters Vorerhebungen wegen schweren Raubes eingeleitet. Das gab der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Wegleiter, der APA bekannt.

Die Anzeige gegen die beiden Männer hatte das Landesgendarmeriekommando Oberösterreich in der Vorwoche bei der Salzburger Staatsanwaltschaft auf Grund von monatelangen Ermittlungen eingebracht. Der rund 10.000 Seiten umfassende Gerichtsakt "Claudia Deubler" soll demnächst dem zuständigen Staatsanwalt Thomas Wegleiter übermittelt werden. Dann kann die Untersuchungsrichterin Birgit Berneder mit den Voruntersuchungen beginnen.

Dass nur Tomi S. des Mordes verdächtigt werde, beruhe auf der Tätervariante, die Daniel N. als Zeuge im Heidegger-Verfahren vorgebracht habe, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Der Gmundner Peter Heidegger war im ersten Prozess 1994 wegen Mordes an die Taxilenkerin zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und im zweiten Verfahren 2003 freigesprochen worden. Er saß insgesamt acht Jahre schuldlos in Haft und kämpft seither um eine Entschädigung.

(apa)

23.3.2004 17:09