Montag, 22. März 2004

Weiter Winter im Frühling: Und es schneit leider weiter!

  • Lawinengefahr, Stromausfälle und zahlreiche Unfälle in Österreich, Deutschland, Schweiz
  • Plus: Die Wetter-Prognose - am Dienstag soll's wieder warm werden

Statt Frühling & Sonne gibt´s grauen Himmel, Minusgrade und Schnee: Winter in Österreich - und das Ende März! Österreicher, Deutsche und Schweizer stöhnen unter Schneemassen. In den Bergen herrscht extreme Lawinengefahr! Und wann kommt endlich die sonne wieder? Vorsichtige Prognosen sprechen von Dienstag...

Kälte, heftige Schneefälle, Lawinengefahr, Stromausfälle und Unfälle: Der Wintereinbruch hat Donnerstag in weiten Teilen Österreichs zu extremen Situationen geführt. Betroffen war nahezu das gesamte Bundesgebiet.

Aus Vorarlberg wurden teilweise starke Schneefälle und Windverfrachtungen gemeldet, die zu großer Lawinengefahr der Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala führten. Die Vorarlberger Lawinenwarnzentrale riet am Donnerstag vor Aktivitäten abseits gesicherter Skipisten. Mit einer Entspannung der Lawinengefahr ist laut Hermann Wirth von der Warnzentrale erst am Samstag zu rechnen. Seit Mittwoch früh fielen im Ländle in den Nordweststaulagen oberhalb 800 Meter 30 bis 55 Zentimeter Neuschnee gefallen.

Auch in Tirol erreichte die Lawinengefahr den Wert "3" bzw. "4" auf der fünfteiligen Skala. Besonders gefährdet seien die Nordalpen sowie das Außerfern, wo die Lawinengefahr von Experten des Lawinenwarndienstes als "groß" eingestuft wurde. In den übrigen Regionen herrsche meist erhebliche Lawinengefahr.

In weiten Teilen Oberösterreichs gab es Stromausfälle, umgestürzte Bäume und zahlreiche Ausrutscher auf den Straßen. Die Unfälle verliefen glimpflich. Besonders betroffen waren das Mühl- und das Innviertel, so das Landesfeuerwehrkommando. Rund 20 Feuerwehren standen in der Nacht im Dauereinsatz. Viele Bäume hielten dem Schneedruck nicht stand und stürzten um. In der Folge gab es Stromausfälle - beispielsweise in Haag am Hausruck, wo 13.000 Haushalte betroffen waren. Immer wieder rutschten Pkw und Lkw von den schneebedeckten Fahrbahnen. Vor allem auf der A1, der Westautobahn bei Seewalchen und der A7, der Mühlkreisautobahn, in Neumarkt kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschäden.

Starke Schneefälle und Niederschläge hielten am Donnerstag im Waldviertel Hunderte Feuerwehrleute auf Trab. Vor allem in den Bezirken Gmünd und Zwettl waren auf Grund des starken Windes sowie des aufgeweichten Bodens immer wieder Baume umgestürzt und hatten Straßen blockiert. Laut NÖ Landesfeuerwehrkommando zählte man seit den Nachtstunden bereits rund 200 Einsätze. Die widrigen Wetterbedingungen führten auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Eine Wetterbesserung ist ebenfalls nicht in Sicht: Für das Waldviertel wurden weiterhin starke Niederschläge mit einer Schneefallgrenze zwischen 200 und 400 Meter sowie starker Wind bis 80 km/h prognostiziert.

Erhebliche Lawinengefahr herrschte auch in der Steiermark. Hochwasseralarm gab es in der Nacht in der Südsteiermark. Zahlreiche Bäche und Flüsse drohten, über die Ufer zu treten und Straßen zu überfluten. Schneekettenpflicht herrschte für Lkw u.a. am Zellerrain, auf der Kaiserau, am Präbichl, auf der Mariazeller Straße, am Triebener Tauern, der Teichalm und am Feistritzsattel.

In Salzburg wurde die Gefährdung durch Lawinen in allen Teilen des Bundeslandes auf Grund der Neuschneemengen und der frischen Einwehungen allgemein als erheblich (Stufe 3) eingestuft. Im benachbarten Bayern musste die A 8 zwischen Salzburg und München ab 10.00 Uhr in beiden Richtungen zwischen Grabenstätt und Schweinbach gesperrt werden, da umgefallene Bäume die Fahrbahnen blockierten. Im Flach- und Tennengau haben durch die Schneelast umgefallene Bäume mehrere Straßen blockiert: In Koppl, Obertrum, Ebenau und Nussdorf. Feuerwehrleute mussten mit Kettensägen ausrücken, um Straßen wieder freizubekommen. Die Lokalbahn war zwischen St. Georgen und Bürmoos kurzzeitig gesperrt.

In Kärnten hat sich die Wettersituation beruhigt, Schneefall wurde nur noch strichweise am Alpenhauptkamm registriert. Allerdings ist auch im südlichsten Bundesland die Lawinengefahr stark gestiegen. In weiten Teilen herrschte Gefahrenstufe Vier, vor allem Nassschneelawinen seien jederzeit möglich, so die Experten.

(red, apa)

22.3.2004 17:11