Donnerstag, 18. März 2004

Bald gibt's Austro-Disney: KidsTown auf der Donauinsel!

  • Baulöwe Soravia plant Kinder-Themenpark-Kette!
  • Kinder sollen in Erwachsenen-Rollen des Alltags schlüpfen

Austro-Disney auf der Donauinsel: Wie NEWS berichtet, soll in Wien noch heuer ein völlig neuartiger Themenpark seine Pforten öffnen! "KidsTown" nennt Unternehmer Erwin Soravia, Initiator des Projektes, seine "Welt der Erwachsenen für Kinder". Auf 6.000 m² finden sich dabei mindestens 25 Themen vom Supermarkt über Pressezentrum und Baustelle bis hin zur Autobahn.

Statt Manager in dunkelgrauen Anzügen tummeln sich in der Wiener Firmenzentrale der Soravia Gruppe (u. a. Dorotheum, Hilton Stadtpark, TownTown, Megaboard, OneTwoSold) in letzter Zeit auffällig oft und lautstark Gruppen vergnügter Kinder. Der Umstand hat einen handfesten Hintergrund: Die Kleinen betätigen sich spielerisch als Tester, um den Erfolg eines ehrgeizigen Projektes sicherzustellen. Als eine Art "Austro-Disney", allerdings ohne Verkitschung, soll in Wien noch heuer ein völlig neuartiger Themenpark seine Pforten öffnen.

Erwachsenen-Rolle
In "KidsTown", wie Unternehmer Erwin Soravia sein Projekt nennt, sollen Kinder in Erwachsenen-Rollen des alltäglichen Lebens schlüpfen. Wie im richtigen Leben gibt es eine wirtschaftliche Basis: Wer eine Leistung beispielsweise als Friseur erbringt, bekommt "Eurolinos", so die Währung in KidsTown. Wer hingegen etwas erwirbt, muss dafür Bares hinblättern.

330.000 Besucher
"Will ein Kind ein Fahrzeug auf der Autobahn lenken, muss es vorher einen KidsTown-Führerschein machen und dafür wieder im hauseigenen Krankenhaus einen Erste-Hilfe-Kurs belegen", erläutert Geschäftsführer Robert Kasper das Konzept. "Jeder Schritt, Kinder spielerisch und realistisch an die Welt der Erwachsenen heranzuführen, ist ein Schritt in eine stabile Zukunft", betont Kinderpsychologe und Berater Max Friedrich den pädagogischen Effekt. Der wirtschaftliche Kreislauf in der Kinderstadt soll Produktion, Handel und Dienstleistungen sowie öffentliche Einrichtungen für die Kleinen logisch verknüpfen.

Zielgruppe sind Kinder von vier bis zwölf Jahren und deren Begleitung. Rund 330.000 Besucher erwartet Kasper jährlich in dem Themenpark, der im Dezember beim Wiener Kinozentrum Cineplexx Reichsbrücke - in Rufweite der Donauinsel - seine Pforten öffnen soll. Durch die Lernkomponente werden verstärkt Schulen und Kindergärten angesprochen.

Möglicher Partner Raiffeisen
Vom Erfolg des neuartigen Entertainment-Projektes sind immer mehr Investoren überzeugt. Höchst interessiert zeigte sich zuletzt vor allem auch Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad. "KidsTown ist ein Platz der Phantasie, an dem Kinder ihre Interessen spielerisch erproben können", kommentiert Konrad das Projekt begeistert. Die Soravia Gruppe investiert heuer acht Millionen Euro in das Projekt. Noch im Laufe der kommenden Wochen soll ein Partner einsteigen - möglicherweise Raiffeisen.

Marken-Sponsoren
Ein besonderer Clou stellt bei KidsTown auch die Finanzierung dar. Die Errichtung der einzelnen Stationen und deren laufender Betrieb wird in erster Linie durch Sponsoren getragen. Diese werden in die Gestaltung miteingebunden und können so ihre Marken schon früh im Bewusstsein potenzieller Kunden verankern. "Untersuchungen zeigen, dass Marken im Leben von vier- bis zwölfjährigen Kindern eine immer wichtigere Rolle spielen", so Motivforscherin Sophie Karmasin, die KidsTown beratend zur Seite steht. Die ersten Sponsorenverträge sind laut Soravia bereits unterfertigt. "Die Mannschaft von KidsTown wird im Vollbetrieb rund 60 Angestellte umfassen", erklärt der zweite KidsTown-Geschäftsführer Robert Kopeinig.

Europa-Kette
In Europa ist dieses Themenpark-Konzept, das in ähnlicher Form in Chicago, Mexico City und bald in New York erfolgreich ist, noch einzigartig. Deshalb soll KidsTown in Wien erst der Anfang sein. Soravia hat sich das Patent bereits europaweit schützen lassen und ist überzeugt: "Fast jede große Stadt in Europa verträgt einen Themenpark dieser Art. Wir planen weitere Standorte zunächst in Deutschland und in einigen östlichen Nachbarländern", so der Unternehmer.

Prominente Unterstützer aus den Reihen der Politik hat sich Soravia schon gesichert: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel findet im ersten KidsTown-Prospekt lobende Worte, und Wiens Bürgermeister Michael Häupl freut sich über einen "neuen Impulsgeber für Wirtschaft und Tourismus". Da stört es auch nicht, wenn das noch namenlose Maskottchen der Kinderstadt ein blau-grüner Kater ist.

(Aus NEWS 12/2004)

18.3.2004 09:19