Donnerstag, 3. März 2005

EU fordert Rekordstrafe! Microsoft muss 497 Mio. € zahlen!!

  • US-Konzern muss binnen 90 Tagen Win-Version ohne Media-Player anbieten
  • US-Justizministerium besorgt über Microsoft-Strafen

Es ist fix! Microsoft muss 497 Millionen Euro Strafe zahlen! Die EU-Kommission hat Microsoft wegen Markt-Missbrauchs mit einem Rekord-Bußgeld von 497 Millionen Euro bestraft. Der weltgrößte Softwarekonzern habe sein Quasi-Monopol beim Betriebssystem für Personalcomputer (PC) ausgenutzt und damit EU-Wettbewerbsrecht verletzt, entschied die Kommission. Das US-Justizministerium äußerte sich besorgt über die Strafe für Microsoft. Firmen-Chef Ballmer will weiter mit der EU-Kommission verhandeln.

Die Behörde beendete damit ein seit vier Jahren laufendes Wettbewerbsverfahren. Es ist die höchste Strafe, die ein Unternehmen bisher von der EU erhalten hat.

US-Justizministerium besorgt über Microsoft-Strafen
Das US-Justizministerium hat sich besorgt über die Kartellstrafe der Europäischen Union gegen Microsoft geäußert. Die Bußgeld-Entscheidung der EU-Kommission sei bedauerlich, sagte der Wettbewerbs-Experte des Justizministeriums, Hewitt Pate, am Mittwoch ohne die EU-Entscheidung direkt zu kritisieren. Die darüber hinaus verhängten Strafen gegen Microsoft könnten "unbeabsichtigte Folgen" haben. Pate sagte: "Fundierte Anti-Kartellpolitik muss es auch bei 'dominanten' Unternehmen vermeiden, Innovation und Wettbewerb zu behindern."

Harte Auflagen
Härter als die Geldstrafe dürften den schwerreichen Konzern aber Auflagen für den Verkauf seiner Produkte treffen. Danach hat der Konzern 120 Tage Zeit, um sein Betriebssystem Windows für Server anderer Anbieter zugänglich zu machen. Zudem muss Microsoft binnen 90 Tagen eine Version von Windows anbieten, die keinen eigenen Media Player enthält.

Die EU wirft dem Konzern vor, sein Monopol bei Windows auszunutzen, um seine Anwendungsprogramme wie den Media-Player besser zu vermarkten. Der Konzern habe sich mit Hilfe dieses "ernsthaften Verstoßes" eine dominante Position auf dem Markt verschafft.

Microsoft hat bereits angekündigt, gegen das Bußgeld juristisch vorzugehen. Die EU-Entscheidung hat Präzedenzcharakter. Die bisherige Rekordbuße von 462 Mio. Euro musste 2001 der Schweizer Pharma- Konzern Hofmann-La Roche als Anstifter eines groß angelegten Vitamin- Kartells zahlen.

Microsoft hofft auf Wiederaufnahme von Gesprächen mit EU
Trotz der EU-Kartellstrafe gegen Microsoft will Firmenchef Steve Ballmer die Verhandlungen mit der EU-Kommission fortsetzen. Microsoft habe sehr hart gearbeitet, um die Befürchtungen der Kommission aus dem Weg zu räumen, sagte Ballmer am Mittwoch. "Die Kommission hat trotzdem beschlossen, den viel riskanteren Weg der Klage einzuschlagen", sagte er. Microsoft werde sich jedoch weiter um eine Verhandlungslösung bemühen. (apa/red)

Weitere Informationen:

  • Microsoft-Website

    3.3.2005 12:32