26 Mrd.-Minus: Deutsche Bahn versinkt in Schulden
- Unternehmen größter Subventionsempfänger im Verkehr
- Angeblich noch heuer Abbau von 1.600 Arbeitsplätzen
Zehn Jahre nach ihrer Entschuldung hat die Deutsche Bahn laut einem Magazinbericht wieder 26 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten angehäuft. Zudem bleibt das Unternehmen laut einem am Samstag im Voraus veröffentlichten "Focus"-Bericht größter Subventionsempfänger im Verkehr.
Die Leistungen des Bundes für das Eisenbahnwesen betrugen demnach zwischen 1994, dem Beginn der Bahnreform, und 2003 insgesamt rund 198 Milliarden Euro. Auch die SPD kritisierte demnach die Ergebnisse der Bahnreform.
Das Magazin berief sich auf einen Antwort-Entwurf der deutschen Regierung auf eine große Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Demnach flossen in den Jahren 1994 bis 2003 zinslose Darlehen im Volumen von rund 11,6 Milliarden und nicht rückzahlbare Baukostenzuschüsse von rund 26,3 Milliarden Euro vom Staat an die Bahn.
1994 war die Deutsche Bahn AG aus Bundes- und Reichsbahn entstanden. Die Schuldenlast von umgerechnet 34 Milliarden Euro (68 Milliarden Mark) hatte damals der Bund komplett übernommen, so dass der Konzern als Wirtschaftsunternehmen geführt werden konnte.
Laut "Focus" sank zwischen 1995 und 2003 die Leistung im Fernverkehr von 36,3 auf 31 Milliarden Personenkilometer. Der Anteil der Schiene am gesamten Güterverkehr rutschte von 16,6 Prozent 1994 auf 14,2 Prozent 2002 ab.
Eine Sprecherin des Verkehrministeriums erklärte, ohne die Bahnreform wäre der heutige Schuldenstand der Bahn "sicher höher". Man werde die Bahnreform vollenden und danach klären, ob die Bahn an die Börse gehen könne, sagte die Sprecherin. Der ehemalige Staatssekretär und SPD-Verkehrsexperte Siegfried Scheffler wurde wie folgt zitiert: "Das Ziel der Bahnreform ist nicht erreicht. Wir hatten uns beim Fern- und Güterverkehr höhere Ziele gesteckt." (APA)
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