Freitag, 19. März 2004

FORMAT über Palmers: Rigorose Schlankheitskur bringt Ergebnisse

  • 270 Mitarbeiter hat Palmers abgebaut. Weitere Personaleinsparungen sollen den Wäscheriesen wieder in die Gewinnzone führen.

270 Mitarbeiter hat Palmers abgebaut, die rigorose Schlankheitskur bringt laut FORMAT Ergebnisse: "Leider ist es nun einmal so, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beim Personal gespart werden muss", weiß Palmers-Betriebsrätin Margareta Wendl alias "Frau Linde". Die Vorstände Walter Wölfler und Joachim Knehs bringen den Konzern mit einschneidenden Maßnahmen und beinhartem Sparen wieder in Topform.

Für die Mitarbeiter ist das bitter. In Österreich beschäftigte die Palmers Textil AG (Palmers, Gazelle, p2) in guten Zeiten 1.900 Leute. Inzwischen sind es weniger als 1.700. Von ihnen haben bereits dreißig weitere Verkäufer ein bedauerndes Schreiben ihres Brötchengebers in der Tasche.

Dazu kommen vierzig in Deutschland abgebaute Stellen, was unter dem Strich einen Personalschwund von bisher 270 Personen bedeutet. Wölfler: "Ich kann nicht ausschließen, dass da und dort weiter abgebaut wird."

Monatlich wurden aber nie mehr als 29 Jobs abgebaut. Damit ersparte sich Palmers die Meldung beim Arbeitsmarktservice (AMS).

Keine Palmers-Abteilung ist vom Stellenabbau verschont geblieben - vom Verkauf über den Fuhrpark bis zum Zentrallager in Wiener Neudorf. Traditionsreiche Palmers-Institutionen wie die Palmers-Akademie zur Mitarbeiterausbildung existieren nicht mehr. Dezimiert wurden auch "anachronistische" Einrichtungen: Etwa die eigene Handwerkertruppe für Reparaturen und Umbauten in den Shops.

In der Palmers-Bilanz zeitigt der Sparkurs bereits positive Folgen. Trotz einmaliger Restrukturierungskosten in Höhe von rund drei Millionen Euro drehte das Ergebnis heuer laut Wölfler wieder "deutlich ins Positive".

Für Umsatzschübe soll nun der Einstieg ins Billigsegment sorgen. Motto: Sexy Price. Zuletzt schlug Palmers günstigere Herausforderer wie Intimissimi oder H&M mit deren eigenen Waffen und brachte einen Stringtanga um bloß 9,90 Euro.

Auch beim Personal gibt es schon erste positive Signale. Wölfler: "Wir wollen 25 Lehrlinge einstellen."

Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Drei Millionen Euro Verlust musste die Palmers Textil AG (Palmers, Gazelle, p2) 2002 hinnehmen. Die Gründe waren Querelen zwischen den Eigentümerfamilien und die Handelsflaute. Nach hartem Sparkurs kehrt Palmers nun zurück in die schwarzen Zahlen. Bei einem hauchdünnen nominellen Umsatzplus von einem Prozent auf 161,5 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen laut Vorstand Walter Wölfler 2003 wieder ein "deutlich positives Ergebnis". Zugelegt haben vor allem Gazelle und p2. Das Geschäft in den grünen Palmers-Läden ist weiter rückläufig.
(Format 12/04)

19.3.2004 10:42