Lauda Air-Copiloten sind sauer: Klage gegen Geschäftsleitung
- Grund für den Ärger: "dramatische Benachteiligung" durch gemeinsame Vorrückungslisten
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Bei den Verhandlungen um einen einheitlichen Kollektivvertrag (KV) für die Piloten von Austrian und Lauda Air spießt es sich: Mehr als 30 Lauda Air-Copiloten haben Anfang der Woche eine Feststellungsklage gegen die Lauda Air-Geschäftsleitung eingebracht. Lauda Air-Copiloten fühlen sich gegenüber ihren Kollegen von der AUA (Austrian) benachteiligt: "Wir sind Bauernopfer der Fusion von AUA und Lauda Air", sagt die Gruppe von Lauda Air-Copiloten, die sich von ihrem Betriebsrat nicht vertreten fühlt.
In der Klage gegen die Lauda Air-Geschäftsleitung soll der Rechtsanspruch auf die bisherigen Vorrückungen der beiden Gesellschaften festgestellt werden. Im Bedarfsfall plant die Wiener Arbeitsrechtsexpertin Ruth E. Hütthaler-Brandauer auch eine Klage nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Streitwert wird mit 29.250 Euro angegeben - das ist die Gehaltsdifferenz eines Copiloten im 5. Berufsjahr zu einem Kapitän im ersten Gruppenjahr.
Konkreter Stein des Anstoßes sind die so genannten "Senioritätslisten", nach denen Copiloten zu - deutlich besser bezahlten - Flugkapitänen aufrücken. Da AUA und Lauda auch nach ihrer "Pseudofusion" noch als separate Firmen existieren, ist für die Anwältin "nicht nachvollziehbar", dass bereits jetzt eine gemeinsame Senioritätsliste Anwendung findet, die das Cockpitpersonal nach dem Datum des Firmeneintrittes reiht.
Die Lauda Air-Copiloten sehen sich vom geplanten gemeinsamen Kollektivvertrag (KV) für das Cockpitpersonal von AUA und Lauda Air, der bis Anfang April ausverhandelt sein soll, "gravierend benachteiligt" und fühlen sich in ihren Karrierechancen zurückgedrängt. Mit den neuen Bestimmungen würden sie erst um Jahre später in den Status eines Flugkapitäns aufrücken als ursprünglich vorgesehen, monieren sie. Die "Rückstellung" von Lauda-Air-Piloten sei auch "ökonomisch unvernünftig", weil vorgezogene AUA-Kapitäne mehr verdienten als "billigere" Lauda-Piloten, argumentiert die Interessengemeinschaft.
Die Senioritätsliste regelt den Aufstieg eines Copiloten zum Kapitän und andere interne Positionen. Nach dem Zusammenlegen der Listen findet sich etwa ein in der Lauda Air-Liste auf Rang 9 gelegener Lauda Air-Copilot auf der gemeinsamen Senioritätsliste auf Platz 163. Ein anderer Copilot fiel von Platz 68 auf Platz 299 zurück.
Bei Lauda Air rückt ein Copilot im Durchschnitt nach fünf Jahren zum Kapitän auf, bei der AUA sind es etwa 10 Jahre. Hütthaler-Brandauer: "Der schnellere Aufstieg war beruflicher Anreiz für Lauda Air-Copiloten, die sich im Gegensatz zu AUA-Piloten auch ihre Berufsausbildung selbst finanzieren müssen. Jetzt treffen sie beide Nachteile: Sie bleiben auf den im Vergleich zu den AUA-Gehältern äußerst bescheidenen Copiloten-Gehältern der Lauda Air sitzen und haben in absehbarer Zeit keine Aussicht auf das Vorrücken zum Kapitän."
Die klagenden Piloten sehen auch "groteske Situationen", etwa wenn ein Lauda Air-Kapitän mit einem AUA-Copiloten auf einem Langstreckenflug eingesetzt wird.
(apa, red)
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