Flughafen Wien: Wanieks Vertrag nicht verlängert
- Aufsichtsrat bestellt Kaufmann und Schmid bis Herbst 2009
- Suche nach neuem dritten Vorstand
Wie bereits am Mittwoch von FORMAT berichtet kam es am Donnerstag zu einem Umbau im Vorstand der börsenotierten Flughafen Wien AG: Die Verträge von Vorstandssprecher Mag. Herbert Kaufmann und Ing. Gerhard Schmid wurden um weitere fünf Jahre bis Ende September 2009 verlängert. Dr. Kurt Waniek dagegen "steht für eine weitere Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung", teilte der Flughafen am Donnerstagnachmittag mit.
Die Verträge der drei Flughafen-Vorstände laufen noch bis Ende September 2004. Bis dahin wird Waniek seine Aufgaben im Unternehmen weiter wahrnehmen. Kaufmann bleibt weiterhin Sprecher des Vorstandes.
Der Aufsichtsrat werde rechtzeitig einen dritten Vorstand als Nachfolger von Waniek bestellen. Dazu werde es eine Ausschreibung geben, hieß es.
"Wir haben die Aufsichtsratssitzung sehr kurzfristig einberufen, um den Gerüchten ein Ende zu bereiten", sagte der Aufsichtsratschef der Flughafen Wien AG, Johannes Coreth, nach Ende der AR-Sitzung am Donnerstag im APA-Gespräch. Er bedauere Wanieks Entscheidung, seinen Vorstandsvertrag nach Auslaufen Ende September nicht zu verlängern, "sehr, aber wir müssen das respektieren", sagte Coreth. Alle drei Flughafen-Vorstände hätten ausgezeichnete Arbeit geleistet.
Bereits in den nächsten Wochen werde man sich mit der Suche nach einem Nachfolger beschäftigen, der sein Amt im Oktober antreten soll. "Das wird Thema der Aufsichtsratssitzung am kommenden Mittwoch sein", sagte Coreth. Die Suche soll über einen Headhunter erfolgen. Kolportierte Namen Nachfolge-Kandidaten will er nicht kommentieren. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Bilanz des Geschäftsjahres 2003 sowie laufende Projekte.
Sowohl Coreth als auch Kurt Waniek (44) selbst dementieren klar politische Hintergründe der Weichenstellung. "Nach 20 Jahren am Flughafen Wien ist jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas Neues zu beginnen", erklärte Waniek auf Anfrage lediglich. Er verlasse das Unternehmen nach fünf Jahren als Vorstand in guten Händen. "Es war eine Erfolgsstory", resümiert der Finanzvorstand. Wichtige Zukunftsprojekte seien jetzt bewilligt oder finalisiert, auch die Zahlen für 2003 lägen "durchaus in den Erwartungen".
In Medien war wiederholt über politische Hintergründe des mittlerweile mehrheitlich privatisierten Flughafen Wien spekuliert worden. Stadt Wien und Land Niederösterreich sind mit je 20 Prozent die größten Einzelaktionäre des Unternehmens. 10 Prozent hält die Flughafen-Privatstiftung, der Rest befindet sich in Hand von institutionellen und privaten Anlegern.
Das Vorstandstrio Herbert Kaufmann (54), Gerhard Schmid (46) und Kurt Waniek (44) ist seit Oktober 1999 im Amt. Vorgänger waren Franz Kotrba und Gerhard Kastelic. (apa)
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