Donnerstag, 18. März 2004

Misstrauen bei Bank Burgenland: 13-Millionen-Euro-Loch entdeckt

  • Wirbel um kürzlich offenkundig gewordenen Effekt eines Derivativ-Geschäfts

In den im Verkaufsprozess durchleuchteten Büchern der Bank Burgenland ist vor wenigen Wochen eine aktuell belastende Zinsposition aufgetaucht, die angeblich zwischen 10 und 15 Millionen Euro betragen könnte. Das könnte sich unter Umständen in der "Nachbesserungs-Runde" in einem Abschlag auf die bisher gebotenen Preise auswirken.

Alles hängt freilich davon ab, wie umfassend und wie schnell diese "schief liegende Zinsposition" bereinigt werden kann, heißt es in informierten Kreisen. Die am Verkaufsprozess Beteiligten sollen jedenfalls misstrauisch geworden sein.

Negativ-Effekt aus dem Jahr 2000
Es soll sich um den Negativ-Effekt eines im Jahr 2000 eingegangenen Derivativ-Geschäfts handeln, das bis 2003 einiges gebracht, dann aber ins Negative gedreht haben soll. Die Belastungen aufs Zinsergebnis werden auf jährlich 3 Mio. Euro geschätzt, in Summe könnten es über die Laufzeit im worst case klar über 13 Mio. Euro werden, wird befürchtet. Es sei allerdings schon einiges getan worden, um die Belastung daraus zu minimieren.

Mitten im Finale um die Privatisierung der Bank Burgenland soll dieser relativ spät offenkundig gewordene Effekt eines wie alle Derivativ-Transaktionen riskanten Geschäfts in diesen Tagen einigen Wirbel ausgelöst haben. Dem Vernehmen nach wird es in den kommenden zwei Wochen für alle Bieter eine Due-Diligence-Prüfung des gesamten Derivat-Bereichs der Bank geben.
(apa, red)

18.3.2004 13:50