Donnerstag, 18. März 2004

Schmiergeld für Stadion-Bau? Alpine zahlte 1,4 Mio. € für einen "Tipp"!

  • Honorar ging an einen Schulfreund von Wildmoser junior
  • Bayern München vs. 1860 München: Uli Hoeneß will Baufirma klagen

Ein Geständnis in der Schmiergeld-Affäre rund um den Stadion-Bauskandal in München: Der Alpine-Geschäftsführer erklärte, dass die Alpine 1,4 Mio. Euro für einen "Tipp" gezahlt hat! Aluta-Oltyan nannte die Zahlung ein Arrangement Fee (eine Art Provision). Das Honorar ging an einen Schulfreund von Wildmoser junior, dessen Vater Boss beim Fußballklub der Löwen ist. Das Unternehmen steht im Verdacht, Bestechungsgelder in der Höhe von 2,8 Mio. Euro bezahlt zu haben, um zu Informationen zu kommen, mit denen man den Zuschlag erhielt.

Am Donnerstag stritt der Geschäftsführer der Salzburger Baufirma Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, sämtliche Vorwürfe ab.

Er habe an den Dresdner Bauunternehmer Stefan Dung 0,5 Prozent der Bausumme, also rund 1,4 Mio. Euro als Arrangement Fee bezahlt, weil er von diesem erst auf die Ausschreibung für den Stadion-Bau hingewiesen worden sei.

Von Dung sei auch der Rat gekommen, dass er einen Stararchitekten beiziehen solle, wenn er Chancen habe wolle. Nach dem Zuschlag an die Alpine habe Dung, ein Schulfreund von Karl-Heinz Wildmoser junior, eine Rechnung gelegt, daraufhin sei ihm der Betrag ausbezahlt worden.

Der Alpine-Chef sowie der deutsche Baurechtsexperte Wolfgang Heiermann betonten, dass das Projekt europaweit ausgeschrieben worden sei. Ein 17-köpfiges, hochkarätiges Gremium habe dann das Verfahren geleitet. "Es gab keine Manipulations-Möglichkeit", so Heiermann.
(apa, red)

18.3.2004 13:10