Donnerstag, 18. März 2004

Spekulationen um BAWAG-Mehrheit: ÖGB will Mehrheit nicht abgeben

  • "Weder direkt noch indirekt"
  • BayernLB Co-Lead-Manager bei Milliardenanleihe vom Februar

"Wir haben keinen Anlass, als ÖGB von unserer Mehrheit in der BAWAG abzugehen - weder direkt noch indirekt", stellte ÖGB-Finanzvorstand und BAWAG-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger Mittwochabend fest.

Wie berichtet, waren im Zusammenhang mit immer wieder kehrenden Spekulationen um einen Ausstieg oder eine Anteilsreduktion des 46-Prozent-BAWAG-Aktionärs BayernLB (Bayerische Landesbank) auch Holding-Szenarien kolportiert worden, die dem bisherigen 54-Prozent-Aktionär ÖGB weniger Einfluss als bisher zugeschrieben hätten. Was auch immer die Bayern vorhaben, der ÖGB hat in jedem Fall ein Vorkaufsrecht für deren Anteile.

Eine Änderung beim Minderheitsaktionär betreibe der Gewerkschaftsbund nicht aktiv, betont Weninger. Es gehe aktuell nichts in diese Richtung, die Bayerische Landesbank sei "Kooperationspartner" der BAWAG.

Nach der öffentlichen Debatte um die BayernLB-Anteile sei jetzt "absolute Ruhe", meint auch BAWAG-Vorstandschef Johann Zwettler. Es gebe viele Möglichkeiten von Kooperationen und Geschäften, so sei die Bayerische Landesbank zuletzt Co-Lead-Manager des im Februar begebenen 1-Milliarden-Bond der BAWAG gewesen.

Mitte Februar hatte sich die BAWAG über einen so genannten Jumbo Covered Bond auf den internationalen Finanzmärkten eine Milliarde Euro geholt, um die Refinanzierungsbasis zu stärken. Der Deckungsstock besteht zu 100 Prozent aus Aktiva der Republik Österreich. Einen praktisch spiegelgleichen Bond hatte erst vor wenigen Wochen auch die Kommunalkredit begeben.
(apa, red)

18.3.2004 12:54