Dienstag, 16. März 2004

Europas Defizit-Sünder: Frankreich 4,1%, Deutschland 3,9%!

  • Schulden-Bilanz zeigt: Auch 6 der 10 Beitritts-Länder liegen über dem 3%-Limit
  • "Musterschüler" Österreich: 1,1%

Defizit-Strip in der EU! Die Bilanz gilt für jene 25 Staaten, die ab 1. Mai gemeinsam die Europäische Union bilden werden. Unter den 15 alten EU-Staaten erwirtschafteten sechs einen Überschuss. Über der von der EU verordneten Defizit-Grenze von 3% liegen: Frankreich (4,1%), Deutschland (3,9%), die Briten (3,2%). Die Niederlande legten mit 3,0% eine Punktlandung hin. "Musterschüler" Österreich liegt bei 1,1%. Im Plus waren Belgien, Dänemark, Spanien, Irland, Finnland und Schweden.

Für Österreich weisen die Statistiker bei einem BIP von 223,87 Milliarden Euro ein Defizit von 2,55 Milliarden Euro aus, das sind 1,1% des BIP. Die Staatsschulden belaufen sich auf 145,47 Milliarden Euro, das sind 65% des BIP.

Europas Defizit
Das Defizit der Eurozone ist 2003 auf 2,7% gestiegen, nach 2,3% im Jahr davor. Bei einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 7.261 Milliarden Euro machten die zwölf Euro-Länder 193 Milliarden Euro Schulden. "Musterschüler" Österreich meldete 1,1% Das geht aus der ersten Berechnung der Defizite und Schulden der Mitgliedsländer hervor, die am Dienstag vom EU-Amt für Statistik (Eurostat) veröffentlicht wurde.

Der Schuldenstand der Euroländer stieg von 4.899 Milliarden Euro 2002 auf 5.113 Milliarden Euro und damit von 69,2% des BIP auf 70,4% des BIP.

Die 15 derzeitigen EU-Länder hatten 2003 gemeinsam ein BIP zu Marktpreisen von 9.306 Milliarden Euro und machten 238 Milliarden Euro Schulden. Die Defizitquote stieg von 2,0% im Jahr 2002 auf 2,6% 2003. Rechnet man noch die zehn Länder hinzu, die am 1. Mai der EU beitreten, so belief sich die Wirtschaftsleistung der EU-25 im Vorjahr auf 9.746 Milliarden Euro, das Defizit auf 2,7 Prozent. Die EU-15 ist mit 64% des BIP verschuldet, die EU-25 mit 63%. (apa)

16.3.2004 16:32