Montag, 15. März 2004

Verdacht auf illegale Frühpensionierungen: In 200 Fällen erhärtet

  • Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bei Post, Bahn und Telekom abgeschlossen

Der Verdacht auf illegale Frühpensionierungen bei Telekom Austria, Post, Postbus und ÖBB erhärtet sich. Die Staatsanwaltschaft Wien soll ihre Untersuchungen in rund 4.300 Fällen abgeschlossen und nun konkret gegen rund 200 leitende bzw. ehemalige Mitarbeiter und untersuchende Ärzte gerichtliche Vorerhebungen beantragt haben.

Dies berichtete das "Ö1-Mittagsjournal" am Montag. Den Unternehmen wird unterstellt, die Mitarbeiter in die Frühpension gedrängt zu haben. In den verdächtigen Fällen sollen die genannten krankheitsbedingte Gründe, die eine Frühpensionierung gerechtfertigt hätten, nicht gegeben oder zumindest nicht nachvollziehbar gewesen sein. Den Ärzten wirft die Staatsanwaltschaft vor, Gefälligkeitsgutachten erstellt zu haben. Der konkrete Verdacht lautet damit auf Amtsmissbrauch oder zumindest Beitragstäterschaft.

Die meisten Verdachtsmomente haben sich laut "Ö1" bei der Telekom Austria ergeben. Dort hat die Staatsanwaltschaft demnach in rund 100 Fällen weitere Ermittlungen beantragt. Beim Postbus soll gegen rund 70 Personen weiter ermittelt werden, bei der Post gegen 30 Personen und bei den ÖBB gegen einen Mitarbeiter, heißt es aus den betroffenen Unternehmen, die die Vorwürfe allerdings stets zurückgewiesen haben.

Über die Anträge der Staatsanwaltschaft muss nun das Justizministerium entscheiden. Dort will man die Unterlagen noch prüfen, hieß es am Montag. (APA/Red.)

15.3.2004 14:15