Licht in Schmiergeld-Skandal: Alpine gab Zahlungen zu
- Neuer Vorwurf: Brisante EDV-Dateien sollten vor Polizei-Razzia gelöscht werden!
·1860 München
Ära Wildmoser endete mit Radau
Ja, es gab Zahlungen. Das gab die in den Schmiergeld-Skandal beim Bau des Münchner Fußball-Stadions involvierte Salzburger Firma Alpine am Dienstag indirekt zu. In einer Mitteilung hieß es, dass die Konzernleitung "bei erdfolgreichem Abschluss bereit war, ein Arangement Fee zu bezahlen, sei "weder rechtlich bedenklich noch unlauter". Neue Vorwürfe besagen freilich, dass versucht wurde, noch rasch EDV-Dateien zu löschen.
Ganz langsam kommt Licht ins Dunkel der Alpine-Affäre: In der Schmiergeldaffäre sind rund 1,7 der 2,8 Mio. Euro über Schweizer Konten geflossen. Das bestätigte Rechtsanwalt Ulrich Ziegert, der den Beschuldigten Karl-Heinz Wildmoser jr. vertritt. Einen entsprechenden Bericht brachte der Bayerischen Rundfunks (BR). Wie es hieß, wurden in der Schweiz insgesamt drei Objekte durchsucht, darunter ein Architekturbüro in Basel und ein Büro der (österreichischen) Baufirma Alpine in Hergiswil.
EDV-Spuren: Alpine wollte brisante Daten löschen
Die "Salzburger Nachrichten" (SN) berichten indessen heute, Dienstag, von neuen Vorwürfen gegen die Alpine: Während in der Vorwoche die Kripo die Hausdurchsuchung in der Firmenzentrale in Wals-Siezenheim durchgeführt hatte, soll versucht worden sein, die brisanten Daten aus der Firmen-EDV zu löschen.
Rund 20 Kriminalisten haben am 9. März die Firmenzentrale nach Unterlagen zum Bau des mehr als 280 Mio. Euro teuren Münchner Stadions durchsucht. Genau zu dieser Zeit soll versucht worden sein, brisante Daten zu löschen: "Das waren genau die relevanten Daten", sagte ein Ermittler den SN. Verdächtigt wird der für die Niederlassung Deutschland zuständige Geschäftsführer. Allerdings gelangten die Ermittler über die Sicherungskopie des Vortages dennoch zu den gesuchten Daten.
Die Alpine-Führung nahm zu den neuen Vorwürfen am Montag nicht Stellung.
(apa, red)
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