Donnerstag, 18. März 2004

Minimalisten bauen Führung aus: Wiener Austria Sieger der 25. Bundesliga-Runde

  • Nach 1:0 gegen Mattersburg 3 Punkte Vorsprung auf GAK
  • Rapid und Kärnten sind die Verlierer

Die 25. Runde der T Mobile-Bundesliga hatte am Mittwochabend jede Menge Emotionen zu bieten. Der große Sieger hieß Austria Wien - der Meister fuhr als einziges Team des Spitzenquartetts einen Dreipunkter ein und führt nun drei Punkte vor dem GAK, sieben vor Pasching und bereits acht vor dem Erzrivalen Rapid (ein Spiel weniger).

Der permanente Vorwurf, dass die Austria (1:0-Heimsieg gegen Mattersburg) auch im vierten Frühjahrsspiel (2 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage - 3:2-Tore) fußballerische Magerkost geboten hätte, nagt langsam aber sicher am Nervenkostüm von Trainer Joachim Löw. "Was ist denn mit den hoch gelobten Mannschaften Rapid und GAK? Fakt ist - die Austria ist Tabellenführer", so ein emotionaler Löw, der allerdings eingestand, dass "die große spielerische Klasse" neuerlich fehlte.

Privatfehde Vastic vs. Kühbauer
Spielerische Schmankerln waren Mangelware, dafür lieferten Vastic und Kühbauer bzw. Gilewicz und Mandreko einander teilweise alles andere als feine Privatfehden. "Vastic vs. Kühbauer" war auch nach Abpfiff eines der heißesten Themen. Ausgangspunkt war eine Kühbauer-Aussage: "Wenn das die beste Mannschaft Österreichs ist, dann ist das traurig."

"Vastic hebt ab wie eine Schwalbe"
Der Löw-Konter: "Kühbauer ist der größte Unruhestifter, den es gibt, deshalb interessieren mich seine Aussagen nicht." Gregoritsch, der sich mit einer absoluten Notelf im Horr-Stadion anständig präsentierte, verteidigte seinen Kapitän ("Didi spielt Fußball mit Herz") und nahm seinerseits Vastic, der sein 160. Bundesliga-Tor erzielte, ins Visier: "Er hat pausenlos die Ellbogen oben und hebt ab wie eine Schwalbe."

Zellhofer auf Tribüne verbannt
Viel geboten wurde beim 3:3 zwischen Pasching und dem GAK. Die Gäste drehten einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung um, ehe ein von Kiesenebner verwandelter Elfer in der 95. Minute noch das Remis brachte. Nicht nur die Spieler Baur (Gelb-Rot) und Pötscher (Rot) flogen vorzeitig vom Platz, auch Pasching-Trainer Georg Zellhofer wurde auf die Tribüne verbannt.

Schoko stolz auf GAK-Moral
"Das ist mir das erste Mal passiert. Es sollte nicht passieren, ich habe aber aus der Emotion heraus reagiert." Sein Gegenüber Walter Schachner war stolz auf die Moral der GAK-Truppe. "Ich habe in der Pause gesagt: "Wir können dieses Spiel noch gewinnen", meinte "Schoko", dessen Mannschaft nach 45 Minuten 0:2 zurück gelegen war.

"Rapid hat verdient verloren"
Ein Verlierer des Mittwochabends war Rapid, die Hütteldorfer verloren in der Südstadt gegen die Admira 0:1 und wurden von Pasching auf den vierten Tabellenplatz verdrängt. "Wir haben verdient verloren, weil wir leidenschaftlos gespielt haben", fand Rapid-Coach Josef Hickersberger klare Worte, da sein Team acht Spiele ohne Sieg ist. Für Admira-Trainer und Austria-Sympathisant Rachid Rachimow war der Erfolg ein verfrühtes Geschenk zum 39. Geburtstag am Donnerstag: "Meine Spieler wollten zeigen, dass sie Qualität haben - das ist gelungen."

Vorentscheidung im Abstiegskampf
Im Abstiegskampf könnte bereits eine kleine Vorentscheidung gefallen sein. Nach dem 0:2 gegen Sturm Graz weist der FC Kärnten, bei dem es weiterhin zwischen Trainer Peter Pacult und Sportdirektor Didi Constantini kriselt, bereits sechs Zähler Rückstand auf den rettenden neunten Platz auf. Denn auch Salzburg gewann (2:0 gegen Bregenz), weshalb in der Mozartstadt das große Durchatmen folgte. "Nachdem, was in den letzten Tagen passiert ist, war der Druck enorm groß", meinte Salzburgs "Feuerwehrmann" Peter Assion, der Walter Hörmann beerbt hatte.

(apa/red)

18.3.2004 11:47