Formel 1 in Malaysia: Klien kommt topfit zur Hitzeschlacht nach Sepang
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Renault war das einzige Team, das beim Formel-1-Auftakt in Melbourne von Ferrari nicht gänzlich "verblasen" wurde. Im zweiten WM-Rennen am Sonntag in Sepang (Start: 08.00 Uhr) hofft das französische Werksteam nun, den souveränen Australien-Sieger Michael Schumacher unter Druck setzen zu können. Christian Klien hat sich auf die Härteschlacht von Sepang bestens vorbereitet. Der 22-jährige Vorarlberger kommt topfit nach Malaysia.
"Wir haben ein gutes Auto und unsere Reifen sollten uns diesmal auf Grund der extrem heißen Asphalttemperatur in Malaysia im Gegensatz zu Melbourne, wo es sehr kühl war, Vorteile bringen", meinte der spanische Renault-Jungstar Fernando Alonso, in Australien hinter "Schumi" und dessen brasilianischen Teamkollegen Rubens Barrichello auf Platz drei. Mit dem Vorjahresrennen in Sepang verbindet der Iberer nur "fantastische Erinnerungen. Dort habe ich schließlich die erste Pole meiner Karriere und als Dritter meinen ersten Podestplatz für Renault erreicht."
Klien ist in guter Form
Wie der 22-Jährige spricht auch der mit 21 Jahren jüngste Pilot im Feld, der Vorarlberger Christian Klien, vom "härtesten Saisonrennen des Jahres". "Das wird eine echte Hitzeschlacht, und dazu ist Sepang eine sehr schwierige Strecke, viel anspruchsvoller als jene in Melbourne. Die physische Belastung ist auf diesem Kurs gewaltig, da fast 80 Prozent der Kurven schnell sind. Daher wirken auf uns Fahrer dort extreme Fliehkräfte, das bekommt man vor allem in der Nacken- und Schultermuskulatur enorm zu spüren", erklärt der Hohenemser. "Die körperliche und geistige Fitness sind der Schlüssel zum Erfolg in der Formel 1. Es genügt nicht, nur schnell zu sein, man muss in jeder Hinsicht 120 Prozent geben."
Fitnesstage in Langkawi
Nach den Fitnesstagen in Langkawi, wo Klien eine Woche lang mit Jaguar-Physiotherapeut Nick Harris intensiv an seiner Physis arbeitete, befindet sich der Vizemeister der Formel-3-Euro-Serie vor seinem zweiten Rennen in der Königsklasse des Motorsports in Topform. "Wir sind bei 35 Grad im Schatten und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit im Rennoverall am Strand gelaufen", berichtete Klien, wie er sich auf Cockpit-Temperaturen jenseits der 60 Grad vorbereitete. Wie schon in Melbourne wird er auch die 5,543 km lange Strecke in Sepang, auf der 56 Runden bzw. 310,408 Rennkilometer zu absolvieren sind, am Mittwoch gemeinsam mit seinem Renningenieur Stefano Sordo auf einem "Rundgang" genau besichtigen, um sich die Beschaffenheit des für ihn neuen Kurses sowie besondere Schlüsselstellen einzuprägen.
Formel-1-Jungstar will wieder ins Ziel kommen
"Das Freitagtraining werde ich wieder dazu nutzen, mich mit der Strecke anzufreunden. Das ist natürlich ein Nachteil gegenüber den erfahreneren Piloten. Doch unser Testfahrer Björn Wirdheim wird mir sicherlich wieder eine große Hilfe sein. Während ich die Strecke lerne, wird er im dritten Auto intensiv Reifen testen", weiß Klien die Dienste des Formel-3000-Champions zu schätzen. "Auch meine Mechaniker und Ingenieure leisten beste Arbeit, das Auto war in Australien sehr gut. Deshalb möchte ich mich so schnell wie möglich bei ihnen mit WM-Punkten bedanken. Ich weiß, dass so etwas Zeit braucht, aber wenn es im Qualifying gut läuft, dann ist sicherlich auch ein Vorstoß in die Punkte möglich. Doch nach dem elften Platz in Melbourne will ich natürlich auch in Malaysia wieder zumindest ins Ziel kommen."
Keine Änderung des Qualifying-Modus
In puncto Qualifying wird es in Malaysia übrigens keine Änderungen geben, denn Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist mit seiner Forderung, wegen des in Melbourne "viel zu langen und langweiligen neuen Modus" (beide Qualifyingsessions unmittelbar hintereinander am Samstagnachmittag) zum System der Vorsaison - jeweils ein "Einzelzeitfahren" am Freitag und Samstag - zurückzukehren, bei den Teamchefs nicht auf einstimmige Gegenliebe gestoßen.
Drei Rennställe wollten altes System
"Es ist an ein paar Stimmen gescheitert", erklärte Minardi-Boss Paul Stoddard in einem BBC-Interview. "Wir müssen jetzt einfach abwarten und sehen, wie sich das Ganze entwickelt." Drei Rennställe hatten sich gegen die Rückkehr zum alten System ausgesprochen. Klien sieht den neuen Modus als F1-Neuling durchaus positiv: "In der ersten Qualifying-Runde tastet man sich ans Limit heran, um dann in der zweiten voll anzugreifen."
(apa/red)
