Weltcup-Auftakt im Radsport: Mailand-San Remo mit Wrolich und Eisel
- Olympia und Tour de France als Hauptziele der ÖRV-Profis
Peter Wrolich und Bernhard Eisel sind mit dabei, wenn am Samstag mit dem Weltcup-Auftakt Mailand-San Remo das erste wichtige Eintagesrennen der Rad-Straßensaison auf dem Programm steht. Die großen Ziele, die auch die übrigen fünf ÖRV-Profis mit Verträgen in Teams der ersten Division im Visier haben, folgen erst in vier Monaten: Die Tour de France und die Olympischen Spiele in Athen.
Die Vorzeichen für das Duo Wrolich und Eisel könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der Kärntner in Topform nach Italien fährt und nach der vorjährigen 260-km-Flucht diesmal ein zählbares Resultat ins Ziel bringen will, muss der steirische Vorjahrs-Zwölfte erst abwarten, ob er nach einem schweren Sturz bei Paris-Nizza die 294-km-Distanz überhaupt schafft. Rene Haselbacher und Peter Luttenberger geben ab Montag bei der Katalanischen Woche ihr Saisondebüt, auch Georg Totschnig will dort einen weiteren Schritt in Richtung Topform machen. Gerrit Glomser hat nach einer Erkrankung noch Rückstand und fährt ab Mittwoch die "Settimana" in Italien.
Eisel ("Knie und Rücken schmerzen, ich kann nicht gerade stehen") saß erst Dienstag erstmals wieder auf dem Rad und will die "Classizissima" nur zu Ende fahren, wenn er schmerzfrei bleibt. "Sonst steige ich ab, ich will für die kommenden Bewerbe nichts riskieren." Der 29-jährige Wrolich hat nach seiner langwierigen Knieverletzung vom Vorjahr das spezielle Krafttraining forciert, um Muskeldefizite auszugleichen, und fühlt sich so stark wie noch nie um diese Jahreszeit. "Für mich wäre es wichtig, richtig gut abzuschneiden." Ein Platz unter den ersten Zwölf würde zugleich das A-Limit für Olympia bedeuten, das bei allen Rennen bis Kategorie zwei erbracht werden kann.
Der Sprung ins vierköpfige Olympia-Team (Stichtag ist 18.7., also mitten in der Tour de France) wäre etwa in einer der großen Rundfahrten mit einem Etappenrang unter den ersten Sechs oder einem Gesamt-Top-12-Platz möglich, in Rennen der Kategorie 2.2 (Wiesbauer-Tour) sind Platzierungen unter den ersten Zwei (Etappe) bzw. Drei (Gesamt) gefragt.
Wrolich hat allerdings im Team Gerolsteiner Kapitäne an der Seite, die es zu unterstützen gilt. Der ÖRV-Profi soll Sprinter Danilo Hondo gut über die ersten, flachen 200 km zu den "Capi", den Steigungen an der Küste, führen. Der Deutsche ist der Mann für Sprintankünfte, während der Italiener Davide Rebellin eine Vorentscheidung auf einem der letzten zwei Anstiege (Cipressa bzw. Poggio) suchen will. Doch dieses Ziel haben viele, u.a. Vorjahrssieger Paolo Bettini (ITA), zuletzt Gewinner von Tirreno-Adriatico. Alessandro Petacchi wäre hingegen der Topfavorit, sollte es zu einer Sprintankunft kommen.
(apa/red)
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