Generalprobe für French-Open: Turniere in Wien und St. Pölten zeitgleich
- Wien-Energie-Grand-Prix rückte drei Wochen nach vorne
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Das St. Pöltener ATP-Turnier in der Woche vor den French Open bekommt Konkurrenz. Und zwar aus Österreich. Nach der Absage des WTA-Turniers in Madrid aus organisatorischen Gründen rückte der Wien-Energie-Grand-Prix auf der Hohen Warte im Kalender drei Wochen nach vorne und findet nun zeitgleich vom 15. bis 22. Mai mit dem nur 70 km entfernten Raiffeisen-Grand Prix als Generalprobe für Paris statt. Ob dieses (Über-)Angebot an Tennis den heimischen Turnieren nützen oder schaden wird, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Nach der Absage von Madrid stand für die Damen einzig Straßburg als Vorbereitung für Paris noch auf dem Programm. "Ausgerechnet in der Woche vor den French Open ein Turnier zu verlieren, hätte bei den Spielerinnen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst", erklärte Veranstalter Peter-Michael Reichel, weshalb er "dem dringenden Wunsch der WTA nachgekommen" sei und den Wien-Energie-Grand-Prix von Anfang Juni auf Mitte Mai vorverlegt habe. "Es hat keine Alternative zu Wien gegeben. Ich habe natürlich darauf hingewiesen, dass wir in dieser Woche in Österreich ein ATP-Turnier haben und die Argumente wurden auch diskutiert", so Reichel.
Terminkollision für Wien kein Problem
Als große Problematik sieht er die Terminkollision mit St. Pölten aber nicht: "Das Sportinteresse in Österreich wird sich in diesen Tagen auf Tennis konzentrieren." Dass sich das Publikum nun zwischen den zwei Events entscheiden muss, glaubt er nicht: "Das Zielpublikum ist ein anderes. Wir sprechen die Wiener an, und dort ist es uns auch noch nicht gelungen, ganz Wien zu erreichen, es konzentrierte sich im vergangenen Jahr auf den Bezirk."
Direktor von St. Pölten "nicht glücklich"
"Nicht glücklich" ist hingegen Hans Holzer, der Direktor des Herrenturniers in St. Pölten. "Aber Konkurrenz sehe ich in Wien keine." Er sei jedoch "verwundert darüber, dass Herr Reichel, der ja ein prominenter Vertreter im WTA-Tour-Board ist, darauf keinen Einfluss hatte. Das ist traurig für das Publikum, das sich Damen und Herren gerne anschauen würde. Es muss jetzt entscheiden. Und wir verlieren eine Woche Tennisberichterstattung damit." Im TV werden möglicherweise aber beide Turniere zu sehen sein, St. Pölten hat langfristige Verträge mit den Medienpartnern (ORF1, TW1), für das Wiener Turnier führt Reichel Gespräche mit TW1.
Letzter Schliff für Paris
Für Wien ergeben sich mit dem neuen Termin aber völlig neue Perspektiven, denn ein Sandplatzturnier nach den French Open stößt bei den Stars, die schon mit einem Auge nach Wimbledon schielen, ohnehin nur auf verhaltenes Interesse. "Durch die Vorverlegung sind auch die Chancen stark gestiegen, dass sich Topstars in Wien den letzten Schliff für den Sandplatzgipfel in Paris holen", meinte Turnierdirektorin Sandra Reichel. Die Turniere in Indian Wells und Miami werden noch abgewartet, danach sollen die ersten Spielerinnen präsentiert werden.
Raum für kreative Zukunftsideen
Laut Peter-Michael Reichel "lässt die neue Konstellation mit einem Damen- und einem Herrenturnier in derselben Woche viel Raum für kreative Zukunftsideen. Sogar die Austragung der beiden Veranstaltungen an einem Ort ab 2005 oder 2006 wäre eine interessante Variante." Auch Ronnie Leitgeb, Promoter des ATP-Events in St. Pölten, sieht die Sachlage positiv: "Ich stehe diesen Überlegungen positiv gegenüber und sehe die neue Situation als eine tolle Chance für das österreichische Tennis."
(apa/red)
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