Dienstag, 16. März 2004

Fed-Cup-Team gegen die Slowakei: Kapitän Tesar setzt auf Schett, Schwartz, Bammer & Wartusch

  • Schwartz: "Sind gegen Slowakei krasser Außenseiter"
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In fünf Wochen misst sich Österreichs Tennis wieder in einem Teambewerb. Nach der 0:5-Niederlage der Daviscupper in den USA treffen die ÖTV-Fed-Cup-Damen am 24./25. April in der ersten Weltgruppen-Runde auf die Slowakei. Schauplatz ist erstmals in der Geschichte dieses Bewerb die niederösterreichische Landhauptstadt St. Pölten, nur wenige Wochen vor dem schon traditionellen ATP-Tennisturnier. Kapitän Alfred Tesar kann mit Barbara Schett, Barbara Schwartz, Sybille Bammer und Patricia Wartusch auf das bestmögliche Team zurück greifen, die Gastgeberinnen sind aber trotz des Erfolgserlebnisses von Schett in Indian Wells Außenseiter.

Während Niederösterreichs Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll schon vom Sieg und einem möglichen weiteren Heimspiel im Viertelfinale gegen die USA träumt, das ebenfalls an der Traisen ausgetragen werden würde, dämpfte Schwartz am Dienstag im St. Pöltener Landhaus allzuhohe Erwartungen. "An die USA denk ich noch gar nicht. Wir sind auch gegen die Slowakei krasser Außenseiter", sagte die Niederösterreicherin. Während Tennis Austria mit Schett derzeit nur eine aktuelle Top-100-Spielerin zu Verfügung hat, scheinen beim Fed-Cup-Sieger 2002 mit Daniela Hantuchova (36.), Ludmila Cervanova (59.), Lubomira Kurhajcova (72.), Martina Sucha (81.) und Henrieta Nagyova (94.) derzeit gleich fünf in diesem Kreis auf.

Hinter dem Antreten von Hantuchova, deren Form nicht mit jener vom Fed-Cup-Sieg vor eineinhalb Jahren auf Gran Canaria vergleichbar ist, steht aber wegen interner Querelen nach wie vor ein großes Fragezeichen. Doch auch ohne sie sind die Gäste stärker einzustufen, auch wenn es keine besonders klingenden Namen sind. Aber immerhin hat Schett mit ihren drei Siegen in Indian Wells zuletzt für gute News aus dem rot-weiß-roten Damenlager gesorgt. "Und auch Sybille darf man nicht vergessen, die sich in Indian Wells immerhin qualifiziert hat", ergänzt Schwartz.

Schwartz spielt nach wie vor nicht hundertprozentig schmerzfrei und muss sich auch ständig einer Therapie unterziehen. Aber mit dem Doppelsieg in Bogota an der Seite von Jasmin Wöhr (GER) und auch schon guten Leistungen im Einzel hat sie gezeigt, dass man noch mit ihr rechnen kann. "Nach drei Operationen am Handgelenk wird mir ein gewisser Schmerz wohl immer bleiben. Ich hoffe, dass ich beim Fed Cup in Topform bin", meinte Schwartz, die bis Donnerstag entscheiden wird, ob sie zur Qualifikation nach Miami fliegen wird. Zur Fed-Cup-Vorbereitung will Schwartz die Sandplatz-Turniere in Casablanca und Estoril bestreiten. In Portugal werden auch Schett und Wartusch antreten, Kapitän Alfred Tesar wird daher zu einer Formsichtung nach Estoril reisen.

Auch Tesar ist sich der Außenseiterrolle bewusst. "Aber mit dem Heimvorteil und dem guten Klima im Team sollte einiges möglich sein und mit Schwartz haben wir schon bewiesen, dass wir für Überraschungen gut sind." Und die wiederum erhofft LH Pröll, der dann ein weiteres sportliches Highlight in seiner Metropole im Juli begrüßen dürfte. Den Länderkampf gegen die Slowakei betrachtet er neben Umwegrentabilitätsgründen auch aus politischen Gründen im Hinblick auf die EU-Erweiterung am 1. Mai mit Wohlwollen. "Wir wollen schon eine Woche vor dem EU-Beitritt der Slowakei eine Geste für eine zukünftige erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Länder setzen.

Die Veranstalter erhoffen nicht zuletzt auf Grund der Nähe zur Slowakei auch viele Tennis-Touristen. Ein weiterer Anreiz ist eine Kartenaktion: Wer ein Fed-Cup-Ticket kauft, erhält automatisch auch eine Gratiskarte für den Raiffeisen-Grand-Prix vom 15. bis 22. Mai.

(apa/red)

16.3.2004 15:06