Dienstag, 16. März 2004

Probleme in der Serie A: Italiens Liga fordert strengere Kriterien für Lizenzvergabe

  • Klubs müssen Steuern zahlen - Lazio droht Pleite
  • PLUS: Die aktuellen Ergebnisse und die Tabelle!

Die italienische Fußball-Liga führt strengere Kriterien ein, nach denen die Klubs die Lizenzen für die kommende Saison erhalten sollen. Nur die Vereine, die alle Steuern bezahlt haben, bekommen die Spielgenehmigung, berichteten italienische Medien am Dienstag. Die Klubs müssen außerdem beweisen, bis Jänner 2004 die Gehälter ihrer Spieler gezahlt zu haben.

Auf diese Weise will die Fußball-Liga mehrere Serie A-Klubs zwingen, ihre Bilanzbücher in Ordnung zu bringen. "Unsere Kriterien sind strenger als jene der UEFA", kommentierte Liga-Chef Adriano Galliani.

Die Mehrheit der italienischen Klubs hat Probleme mit dem Fiskus, dem sie Steuern im Wert von insgesamt 509 Millionen Euro schulden. Mehrere finanziell angeschlagene Klubs zahlen seit dem Jahr 2001 keine Steuern mehr. Nur sieben Serie A-Verbände (Juventus Turin, AC Milan, Inter Mailand, Bologna, Lecce, Modena und Empoli) haben keine ausständigen Steuern zu zahlen.

Lazio Rom droht sogar die wirtschaftliche Pleite. Dem Klub fehlen für die im Jänner beschlossene Kapitalerhöhung um 120 Millionen Euro weiter die Investoren. Sollte diese Rettungsmaßnahme nicht realisiert werden können, muss Lazio einen Insolvenzantrag stellen. Die Finanzkrise hat sich zusätzlich verschärft, die in dieser Woche veröffentlichte Halbjahresbilanz weist ein Minus von 68,1 Millionen Euro auf. Das sind noch einmal 20 Millionen Euro mehr als im vorangegangenen Abrechnungszeitraum.

"Lazio geht die Luft aus", kommentierte die "La Gazzetta dello Sport" am Dienstag. Die Banken hätten dem überschuldeten Klub den Geldhahn zugedreht. Das Schicksal Lazios läge jetzt in den Händen der Kleinaktionäre. Neue Großinvestoren seien nicht in Sicht.

Auslöser für die Krise war der Zusammenbruch des Lebensmittelkonzerns Cirio von Sergio Cragnotti. Der Cirio-Boss trat als Lazio-Präsident zurück und gab seine Aktienmehrheit an ein Bankenkonsortium ab. Nach einer ersten Kapitalerhöhung von 110 Millionen Euro im Juni vergangenen Jahres wurde die zweite Kapitalerhöhung um 120 Millionen Euro in diesem Jänner nötig. Ob diese zu einer Existenzsicherung ausreicht, ist ebenfalls fraglich.

(apa/red)

16.3.2004 11:29