Montag, 15. März 2004

Terror-Jäger: Spuren führen nach Casablanca

  • Terror-Bekenntnis: Madrid geht aufs Konto der El Kaida
  • PLUS: Die Trauer: BILDER aus Spanien

Spanische Ermittler gehen davon aus, dass die Terroranschläge von Madrid von Mitgliedern der gleichen radikal-islamischen Gruppe verübt wurden wie die Anschläge von Casablanca im vergangenen Mai. Einer von drei in Spanien festgenommenen Marokkanern, Jamal Zougam, habe Verbindungen zu in Marokko und Spanien wegen der Casablanca-Anschläge inhaftierten Verdächtigen.

Der Mann sei mittlerweile in Polizeihaft.

Zougam war gemeinsam mit zwei anderen Marokkanern und zwei Indern am Wochenende festgenommen worden. Bisher war den fünf Festgenommenen lediglich zur Last gelegt worden, ein Handy beschafft zu haben, das bei den Anschlägen auf die Madrider Nahverkehrszüge als Zünder dienen sollte.

Nun teilte die Polizei laut der Tageszeitung "El Pais" mit, dass Zougam direkt am Anschlag beteiligt gewesen sei. Nach Angaben der Zeitung halten die Fahnder es für möglich, dass einer der Terroristen bei den Anschlägen ums Leben kam. Eine der Bomben in den Pendlerzügen sei möglicherweise vorzeitig detoniert.

Bei Anschlägen im marokkanischen Casablanca waren am 16. Mai vergangenen Jahres 45 Menschen getötet worden, darunter zwölf Attentäter. Die Attentate richteten sich auf das spanische Restaurant mit Kulturverein "Casa de Espana", auf einen jüdischen Friedhof und ein jüdisches Kulturzentrum. Unter den Toten waren vier Spanier.

Dem Bericht zufolge hat Zougam zudem Verbindungen zu einer spanischen Zelle der Terrororganisation El Kaida unter Imad Eddin Barakat Jarkas alias Abu Dahdah. Dieser ist in Spanien wegen Beteiligung an der Vorbereitung der Anschläge vom 11. September angeklagt. Laut "El Pais" gilt Sugam als früherer Afghanistan-Kämpfer und Mitglied einer von zwei radikalislamischen El-Kaida-nahen Zellen in Marokko, die an dem Casablanca-Anschlag beteiligt gewesen sei.

Der Zeitung zufolge fahnden die spanischen Ermittler im Zusammenhang mit den Terroranschlägen auf Pendlerzüge in Madrid, bei denen 200 Menschen getötet und fast 1.500 verletzt wurden, nach vier Verdächtigen. Spaniens Innenminister Angel Acebes teilte in der Nacht zum Montag mit, spanische Ermittler wollten in Marokko nach Spuren der Attentäter von Madrid suchen. Zougam sei einer der 35  Verdächtigen, gegen die der spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzon vergangenes Jahr Anklage im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September erhoben hatte, sagte Acebes weiter.
(apa/red)

15.3.2004 08:23