Montag, 15. März 2004

Gefahr in Pakistan: Anschlag auf US-Konsulat vereitelt

  • Bombe in Lieferwagen rechtzeitig entdeckt und entschärft
  • Konsulat war schon einmal Schauplatz eines Anschlags

Die pakistanische Polizei hat offenbar einen Anschlag auf das US-amerikanische Konsulat in Karachi vereitelt. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, entdeckten Sprengstoffexperten am Montagmorgen eine Bombe in einem Lieferwagen, der in der Nähe des schwer bewachten Gebäudes geparkt war.

Wachleute hätten die Behörden auf den Wagen aufmerksam gemacht, in dem ein Kanister mit rund 750 Litern flüssigem Sprengstoff und Zünder versteckt gewesen seien. Der Sprengsatz hätte große Zerstörung anrichten können, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben der Polizei wurde der Lieferwagen, in dem die Bombe versteckt war, am Sonntagabend aus einem Wohnviertel in Karachi gestohlen. Wie bei dem Anschlag 2002 handle es sich um einen Wagen der japanischen Marke Suzuki, teilte ein Ermittler mit.

Das amerikanische Konsulat in der Hafenmetropole wurde geschlossen, die Umgebung abgeriegelt. Im Juni 2002 hatte ein Selbstmordattentäter vor dem Gebäude 14 pakistanische Staatsangehörige mit in den Tod gerissen. Für diesen Anschlag wurden vier mutmaßliche Mitglieder der verbotenen Islamistengruppe Harkut-ul
-Mujahedeen ul-Almi verantwortlich gemacht, von denen zwei zum Tode und zwei zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Einen Monat zuvor kamen bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel elf französische Ingenieure und drei pakistanische Begleiter ums Leben. Auch dafür wurden militante Islamisten verantwortlich gemacht.

US-Außenminister Powell will am Mittwoch Pakistan besuchen, wird aber nicht in Karachi erwartet. Der pro-amerikanische Kurs des pakistanischen Militärmachthabers General Musharraf ist in dem islamischen Land heftig umstritten.
(apa)

15.3.2004 07:41