Verhängnisvolle Pinkelpause: 70 Meter in Schlucht gestürzt
- Zwei Männer bei Verrichten der Notdurft verletzt
- Bergung erforderte Großeinsatz von Rettungskräften
Bei einer Pinkelpause auf einer Busreise ist ein 34-jähriger Mann im Landkreis Berchtesgadener Land in eine 70 Meter tiefe Schlucht gestürzt und schwer verletzt worden. Der Reiseleiter, der ihm zu Hilfe kommen wollte, stürzte ebenfalls ab. Dabei zog sich der 21-Jährige mittelschwere Verletzungen zu. Über 50 Rettungskräfte waren in Weißbach über zwei Stunden lang mit der Bergung der Verunglückten beschäftigt.
Die beiden Männer waren mit einer Reisegruppe aus Nürnberg auf dem Weg zum Skifahren. Der Bus hatte nach Angaben des Roten Kreuzes am Freitagabend für eine kurze Rast nahe der Höllenbachbrücke auf der Alpenstraße gehalten. Der 34-jährige Nürnberger wollte den Halt für eine Pinkelpause nutzen und entfernte sich einige Meter vom Bus. Der Mann stieg über eine kleine Begrenzungsmauer am Straßenrand, sah in der Dunkelheit aber nicht, dass die Weißbachschlucht angrenzt und stürzte nahezu senkrecht 70 Meter in die Tiefe. Bei dem Sturz verletzte er sich schwer am Arm und blieb hilflos in der Schlucht liegen.
Der 21-jährige Reiseleiter wollte dem Verunglückten zur Hilfe eilen. Doch auch er verlor auf dem steilen Hang den Halt, stürzte ab und blieb verletzt im Bachbett liegen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war nötig, um die beiden Männer zu bergen. Neben Rettern des Roten Kreuzes waren 20 Mitglieder der Bergwacht am Unglücksort. 30 Feuerwehrleute leuchteten die Unfallstelle aus.
Die Retter mussten sich in die Schlucht abseilen, um die verletzten Männer zu bergen. Diese wurden an Seilzügen zur Straße hinauf gezogen. Die anderen Passagiere des Busses wurden von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes psychologisch betreut. Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser nach Salzburg und Bad Reichenhall gebracht. Die Rettungsaktion dauerte über zwei Stunden, die Bundesstraße war für rund vier Stunden blockiert. (apa/red)
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