Wahlen in Malaysia: Schwere Niederlage für Islamisten
- Macht in zwei Bundestaaten verloren
- Regierungskoalition behält Parlamentsmehrheit
Die Regierungskoalition "Nationale Front" in Malaysia hat bei den Parlamentswahlen am Sonntag ihre Mehrheit im Parlament in Kuala Lumpur behaupten können. Sie errang nach Angaben der Nationalen Wahlkommission mindestens 110 von insgesamt 219 Sitzen.
Das Bündnis von Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi konnte zudem nach Medienberichten zwei bisher von der fundamentalistischen Islamischen Partei Malaysias dominierte Staaten gewinnen. Es wurde erwartet, dass Abdullahs Nationale Front bei der Abstimmung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erreicht. Die Koalition hat seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1957 durchgehend die Regierung gestellt.
Die Nationale Front habe im Staat Terrengganu im Norden des Landes 30 der 32 Sitze für sich verbuchen können, berichtete der private Fernsehsender TV3. In Kelantan entfielen demnach 26 von 45 Mandaten auf die Regierungskoalition. Die Partei des inhaftierten ehemaligen Vizeministerpräsidenten Anwar Ibrahim verlor ihre bisher fünf Parlamentssitze und ist mit keinem Mandat mehr vertreten. Anwar war wegen Korruption und angeblicher homosexueller Kontakte zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.
Behörden berichteten von einer regen Wahlbeteiligung. Rund 10,3 Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen. Gewählt wurden in zwölf von 13 Staaten Malaysias 219 Vertreter für das Parlament sowie Bewerber für 505 Oberhaussitze. Abdullah übernahm die Regierung Ende Oktober von Mahathir Mohamad, der nach 22 Jahren im Amt zurücktrat. (apa/red)
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