Samstag, 20. März 2004

Terror in Madrid: Fahndung nach vier weiteren Marokkanern

  • Bergarbeiter wussten von unzulänglichen Sicherheitsvorkehrungen
  • Sprengstoff wäre für "Mine in Marokko" gebraucht worden

Die spanische Polizei fahndet laut Presseberichten nach vier Marokkanern, die den bei den Terroranschlägen von Madrid benutzten Sprengstoff gestohlen haben sollen. Ein im Zuge der Ermittlungen festgenommener spanischer Ex- Bergarbeiter habe ausgesagt, die vier Marokkaner zu einer Mine im nordspanischen Aviles gefahren zu haben, berichtete "El País".

Der wegen Drogenhandels und illegalen Waffenbesitzes vorbestrafte Bergmann habe angegeben, er habe die Marokkaner im Jänner in einer Bar in Madrid kennengelernt. Die Männer hätten ausgesagt, Sprengstoff für eine Mine in Marokko zu brauchen. Da er von unbewachten Sprengstoffvorräten in der nordspanischen Provinz Asturien wusste, habe er seine Hilfe angeboten. Laut "El País" betonte der Spanier, die Marokkaner lediglich gefahren zu haben. Von den Anschlagsplänen habe er nichts gewusst.

Laut der Zeitung "El Periodico" lernte der Spanier einen der Marokkaner im Gefängnis kennen und gab dort damit an, Zugang zu unbewachtem Sprengstoff zu haben. Nach der Haftentlassung habe der Marokkaner sich dann bei ihm gemeldet, um den bei den Madrider Anschlägen verwendeten Plastiksprengstoff Goma 2 Eco von ihm zu kaufen.

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen mit 202 Toten und fast 1.500 Verletzten in Madrid haben die spanischen Behörden bisher zehn Verdächtige festgenommen. Gegen fünf von ihnen - drei Marokkaner und zwei Inder - wurde am Freitag Haftbefehl erlassen. Vier weitere Marokkaner und ein Spanier werden noch vernommen. (apa)

20.3.2004 09:02