Freitag, 19. März 2004

Rund um den Globus: Friedensmärsche in Gedenken an Irak-Krieg

  • Größte Demonstration in Rom - 3.000 bei Kundgebung in Wien
  • Bilder: Millionen Kriegsgegner auf den Straßen!

Ein Jahr nach dem Beginn des Irakkrieges sind am Samstag weltweit Hunderttausende für den Frieden auf die Straße gegangen. Besonders groß waren die Protestmärsche gegen den Krieg und die fortdauernde Besetzung des Iraks in den Ländern, die zusammen mit den USA Truppen gestellt haben. In Wien beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 3000 Demonstranten an einer Kundgebung.

In Rom marschierten mehrere Hunderttausend. Die Veranstalter sprachen von zwei Millionen. In London bezifferten die Organisatoren die Zahl auf 100.000, während die Polizei von 25.000 sprach. In Spanien kamen am Abend in Madrid und Barcelona Tausende zusammen und forderten den Abzug des spanischen Truppenkontingents aus dem Irak. In Tokio und anderen japanischen Städten zogen insgesamt 120.000 Menschen auf die Straßen. Allein in Tokio nahmen 30.000 Demonstranten an der Kundgebung teil.

In Deutschland blieb die Zahl der Demonstranten vergleichsweise klein. Aus Berlin wurden 1600 gemeldet. In Landstuhl/Ramstein gab die Polizei die Zahl mit bis zu 1000 an. Die Veranstalter forderten unter anderem den Rückzug der Besatzungstruppen aus dem Irak und auch einen Rückzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland. In arabischen Ländern kamen zum Jahrestag des Kriegsbeginns in verschiedenen Hauptstädten jeweils nur wenige hundert Menschen zusammen, um gegen den Krieg und die Folgen zu protestieren.

US-Präsident George W. Bush sagte am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache: "Die Befreiung des Irak war gut für die irakische Bevölkerung, gut für Amerika und gut für die ganze Welt." Am Vortag hatte er erklärt, die Differenzen zwischen den USA und befreundeten Staaten über den Krieg gehörten der Vergangenheit an.

Die weltweit größte Demonstration fand in Rom statt. Ein mehrere Kilometer langer Zug zog von der Innenstadt zum Circus Maximus, wo die Schlusskundgebung stattfand. Dort wurde eine hundert Meter lange Friedensfahne entrollt. In London zogen die Demonstranten vom Hyde Park zum Trafalgar Square. Auf Big Ben, dem Glockenturm des britischen Parlaments, protestierten zwei Greenpeace-Mitglieder gegen den Krieg.

USA
Im Rahmen der Anti-Kriegsdemonstrationen in aller Welt sind am Samstag auch in New York tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Manhattan zog ein kilometerlanger Zug von Demonstranten zwischen Madison und 6th Avenue mit Protest-Plakaten gegen den Irak-Krieg durch die Straßen. Anlass war der erste Jahrestag des Einmarsches im Irak.

An dem Protest beteiligten sich unter anderem Familien von US-Soldaten, die im Irak stationiert sind, und Angehörige der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Auf einer Kundgebung forderten Redner ein Ende der Besatzung im Irak und die Rückkehr der Truppen.

Australien
In der australischen Stadt Sydney verlangten am Samstag mehr als 5000 Demonstranten in Sprechchören ein Ende der Besatzung des Irak und den Rücktritt des australischen Regierungschefs John Howard. Rund 7000 Menschen marschierten durch die Straßen der griechischen Hauptstadt Athen und riefen anti-amerikanische Slogans. In Warschau forderten knapp tausend Demonstranten einen Abzug der polnischen Soldaten aus der Region. Sie skandierten Slogans wie "Schluss mit dem globalen Terrorismus der USA". (apa/red)

19.3.2004 22:27