Freitag, 19. März 2004

24 Tote bei Busunfall in Finnland: Zusammenstoß mit Laster

  • "Alle schlimmsten denkbaren Möglichkeiten" zusammengekommen

Beim schlimmsten Busunglück in der Geschichte Finnlands sind am Freitag 24 Jugendliche nahe der Ortschaft Äänekoski getötet worden. 14 Passagiere wurden bei dem Zusammenstoß des Busses mit einem Lastwagen in Mittelfinnland teils schwer verletzt. Die jungen Finnen waren auf dem Weg zu Skiferien in Lappland.

Zu dem Unglück kam es kurz nach 2.00 Uhr, als ein mit 38 Tonnen Papier beladener Schwerlaster auf spiegelglatter Straße bergab ins Schleudern geriet. Die nach links ausschlagende Ladefläche rammte den entgegenkommenden Bus, worauf sich die jeweils 700 Kilogramm schweren Papierrollen lösten und gegen den Bus geschleudert wurden.

Bei diesem Unglück mit einem voll besetzten Bus, einem Schwerlaster und Glätte seien in extremer Weise "alle schlimmsten denkbaren Möglichkeiten" für eine finnische Landstraße zusammengekommen, sagte ein Polizeisprecher im Rundfunk. Der Jüngste der Toten war 14 Jahre alt.

Die Polizei rief Katastrophenalarm aus. Durch den sehr schnellen Transport der am schwersten Verletzten in das Krankenhaus von Jyväskylä seien weitere Todesfälle verhinderte worden.

Der Fahrer des Papiertransportes überstand das Unglück physisch unversehrt, konnte aber wegen eines Schocks zunächst nicht vernommen werden. Ein Sprecher der für den Lkw zuständigen Firma gab an, die Ladung sei nach ersten Erkenntnissen vorschriftsmäßig gesichert gewesen. Die Polizei wollte diese Angabe zunächst nicht bestätigen.

Der Bus war am Abend in Helsinki losgefahren und hatte unterwegs auf der knapp 1.000 Kilometer langen Fahrt nach Lappland in mehreren Städten zusätzlich Reisende aufgenommen. Der Fahrer war kurz vor Mitternacht ausgewechselt worden. Finnlands Staatspräsidentin Tarja Halonen sagte, sie sei "zutiefst schockiert" über das Unglück. Die Regierung in Helsinki rief eine eintägige Staatstrauer aus
(apa, red)

19.3.2004 13:02