Freitag, 19. März 2004

UNICEF: Verschmutztes Wasser tötet täglich 5.000 Kinder

  • Durchfallerkrankungen sind die Haupttodesursache
  • Teil der Unicef-Nothilfe ist die Verteilung von "Wasserpaketen"

Durchfallerkrankungen sind nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerkes Unicef mittlerweile zur Haupttodesursache von Kindern unter fünf Jahren geworden. Austrocknung infolge von Durchfall fordere jedes Jahr das Leben von zwei Millionen Kindern - das sind täglich mehr als 5.000.

An Durchfallerkrankungen sterben laut Unicef mehr Unter- Fünfjährige als zum Beispiel an Masern, Malaria oder Lungenentzündung. Durchfallerkrankungen breiten sich besonders schnell in unhygienischen Umgebungen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser aus. Meist handelt es sich um Krisen- und Katastrophenregionen. "Wenn Naturkatastrophen oder bewaffnete Konflikte Wasservorräte zerstören oder verschmutzen, dann ist das Leben der Kinder bedroht", erklärte Unicef-Direktorin Carol Bellamy am Freitag.

Unicef müsse immer mehr finanzielle Mittel für die Trinkwasserversorgung in Krisen- und Katastrophengebieten aufwenden. Ein Teil der Unicef-Nothilfe ist die Verteilung von "Wasserpaketen" für Familien, die einen faltbaren Kanister enthalten, sowie Seife, Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung und Instruktionen in der jeweiligen lokalen Sprache.

Bellamy forderte anlässlich des Weltwassertages am 22. März die Regierungen dazu auf, weiterhin in Trinkwasserprogramme zu investieren. Sie wies darauf hin, dass die Zahl der Kinder, die an Durchfallerkrankungen sterben, seit den achtziger Jahren durch solche Programme immerhin halbiert werden konnte.

(apa)

19.3.2004 10:19