Donnerstag, 18. März 2004

Zum Jahrestag: Bush rechtfertigt vor Soldaten Irak-Krieg!

  • Warnung vor "Appeasement"-Politik: "Der Feind des Terrorismus lässt sich nicht beschwichtigen"
  • Wieder Explosion in Bagdad

US-Präsident George W. Bush hat den Irakkrieg als Sieg gegen den internationalen Terrorismus verteidigt und den Westen vor jeder Form der Beschwichtigungspolitik ("Appeasement"-Politik) gewarnt. "Der Feind des Terrorismus lässt sich nicht beschwichtigen... Es gibt für keine Nation Sicherheit in einer Welt, die von der Gnade dieser Verbrecher und Massenmörder abhängt", sagte Bush bei seiner Rede zum Jahrestag des Krieges am Donnerstag vor Soldaten auf dem Armee-Stützpunkt in Fort Campbell (Bundesstaat Kentucky).

Für die zivilisierte Welt gebe es nur einen Weg zur Sicherheit, den gemeinsamen Kampf gegen den Feind, bis er geschlagen sei, so Bush. Mit dem Verschwinden des Regimes von Saddam Hussein ist nach seinen Worten "ein staatlicher Unterstützer des Terrors" und "Gefahr für die Sicherheit im Nahen Osten" beseitigt worden. Ein freier und stabiler Irak sei eine Niederlage für den Terrorismus. Vom Irak gehe heute "eine Botschaft der Freiheit" für den gesamten Nahen und Mittleren Osten aus.

Die USA müssten den Gefahren begegnen, bevor sie sich realisieren, sagte Bush in seiner Rechtfertigung des Irakkriegs. Dies gelte auch für die Zukunft. Der Krieg sei schon wegen der Gräueltaten des Regimes von Saddam Hussein gerechtfertigt gewesen. Mit der Beseitigung dieses "tollwütigen Mannes" und eines "der brutalsten Regime in der Geschichte" hätten die Terroristen einen wichtigen Verbündeten verloren. Die Welt sei seit dem Sturz des irakischen Machthabers "besser dran, und das amerikanische Volk ist sicherer", sagte Bush.

Ohne ausdrücklich auf die vergebliche Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen einzugehen, betonte der US-Präsident, dass er sich auf die besten verfügbaren Geheimdienstinformationen gestützt habe. "Ich hatte eine Wahl zu treffen: mich entweder auf das Wort eines Verrückten zu verlassen oder die Verteidigung Amerikas ernst zu nehmen", sagte er unter Anspielung auf die damaligen Erklärungen Saddam Husseins, keine verbotenen Waffen zu besitzen.

Die jüngsten Terroranschläge prüften die Entschlossenheit der USA und ihrer Verbündeten. "Sie werden sehen, dass wir standhaft bleiben", betonte Bush. Die USA müssen nach den Worten von Bush in "dieser entscheidenden Zeit für die Freiheit in der Welt" ihre militärische Stärke behalten.

Unbekannte haben am Donnerstagabend ein Hotel in Bagdad mit zwei Raketen beschossen. Dabei wurde niemand verletzt, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichteten. Die zwei Raketen zielten auf das Dach des Gebäudes. Anschließend war Maschinengewehrfeuer zu hören. In dem Hotel wohnen westliche Ausländer, die für die Besatzer und private Sicherheitsdienste arbeiten. Am Mittwoch waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein anderes Hotel in der irakischen Hauptstadt nach Angaben der US-Armee sieben Menschen getötet worden. (apa/red)

18.3.2004 20:42