Donnerstag, 18. März 2004

Kanadas Konservative: Niederlage für Belinda Stronach

  • Stephen Harper bleibt gegen Tochter des Magna-Chefs siegreich
  • Knappes Rennen um Parteivorsitz der Oppositionspartei

Die kanadischen Konservativen haben in Toronto Stephen Harper zum neuen Parteichef gewählt. Belinda Stronach, Tochter des Magna-Gründers Frank Stronach, wurde Zweite. Weit abgeschlagen lag Tony Clement an dritter Stelle. Harper, ehemaliger Chef der in den Konservativen aufgegangenen "Kanadischen Allianz", gelang bei der landesweiten Wahl durch die Mitglieder ein knapper Sieg im ersten Wahlgang.

Die kanadischen Konservativen sind aus einer Fusion der Allianz und den Progressiven Konservativen entstanden mit dem Ziel, die seit mehr als einem Jahrzehnt in Kanada regierenden Liberalen abzulösen.

Harper bedankte sich bei Belinda Stronach für den "harten Wettbewerb" und fügte hinzu, sie habe "Glamour" in den Wahlkampf gebracht. Seine Gegenkandidatin werde ein tolles Regierungsmitglied werden, meldete er gleich seinen Führungsanspruch an. Stronach erklärte in Anspielung auf ihre Wahlkampfrede, wenn Harper den wirtschaftlichen Kuchen größer backen wolle, habe sie die Zutaten dafür.

Stephen Harper erzielte bei der landesweiten Wahl aller konservativen Parteimitglieder 55,5 Prozent der Stimmen oder 16.149 Punkte. Belinda Stronach errang 35 Prozent und Tony Clement 9,5 Prozent. Für den Sieg waren mindestens 15.400 Punkte erforderlich, die aus den Ergebnissen in den einzelnen Wahlkreisen gebildet wurden.

Harper schnitt besonders im Westen Kanadas stark ab, wo seine ehemalige Partei, die "Kanadische Allianz" verankert ist, sowie in Ontario. Stronach konnte besonders in Quebec und in kleineren Provinzen punkten, wo sie im Wahlkampf zahlreiche neue Mitglieder geworben hatte. (apa/red)

18.3.2004 16:24