Donnerstag, 18. März 2004

Neuseeland: Hundertwasser-Klo sorgt für Stunk

  • Wasser, Urin und Desinfektionsmittel auf wellenförmigen Boden
  • Kritik: Toilette sei zwar eine surreale, aber keine sanitäre Anlage

Eine von dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete öffentliche Toilette in Neuseeland sorgt derzeit für Stunk: Denn die Scharen von Touristen, die das mit farbenprächtigen Mosaiken verzierte Klo in Kawakawa nördlich von Auckland aufsuchten, würden die Toilette nicht nur bestaunen, sondern auch benutzen, sagte die Vorsitzende der Gemeindeverwaltung.

Auf dem wellenförmigen Boden des Klohauses würden sich Wasser, Urin und Desinfektionsmittel auf unangenehme Weise vermengen, sagte die Gemeinde-Vorsitzende. Sie schlug daher den Bau öffentlicher Toiletten vor oder die Erhebung einer Gebühr für die Benutzung des Hundertwasser-Pissoirs.

Ein Verwaltungsratsmitglied sagte, die Toiletten sei zwar eine surreale Anlage, aber keine sanitäre: "Hundertwasser war ein hervorragender Künstler, aber er wusste über den Bau von Toiletten ebenso viel wie Sie und ich." Der Vorsitzende der österreichischen Hundertwasser-Stiftung, Joram Harel, hielt in einem offenen Brief dagegen: Die Toilette in Kawakawa sei ein Platz, "an dem sich Menschen erhaben, fröhlich und wie zu Hause" fühlten. Sie wegen Gestanks zu schließen, "wäre ein Betrug an Hundertwasser und seinem Vermächtnis an Kawakawa".

Hundertwasser hatte vor seinem Tod im Jahr 2000 zwei Jahrzehnte in Neuseeland gelebt.

(apa)

18.3.2004 12:42